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McKinsey: Bedeutung der IT steigt, Zufriedenheit sinkt

Die strategische Bedeutung von IT wird öfter vom Topmanagement erkannt als früher. Allerdings nimmt auch die Kritik an der Effizienz der IT zu. Das ist eine wesentliche Erkenntnis der kürzlich von McKinsey veröffentlichten Studie „Business Technology“.

Insgesamt wurden 807 Führungskräfte weltweit zu den Themen IT-Investitionen und Zufriedenheit mit der IT befragt. 354 der Manager sind  Technologie orientiert, 453 repräsentieren andere Bereiche im Unternehmen.  Laut Studie hat sich die Kritik an der IT gegenüber dem vergangenen Jahr verstärkt. Dabei gehen offenbar die IT-Verantwortlichen härter mit der IT ins Gericht als ihre Gegenüber im Business. So plädieren sie doppelt so oft für den Austausch des aktuellen IT-Managements als Business-Manager, um den Defiziten in der IT Herr zu werden.

 Ausgaben für IT-Infrastuktur werden deutlich sinken

Die IT-Prioritäten  haben sich im Gegensatz zu den Studien in 2012 und 2011 offenbar verschoben. Den Befragten zufolge wird IT stärker eingesetzt, um die Unternehmenseffektivität und die Verfügbarkeit von Informationen zu verbessern, weniger um Kosten zu drücken (siehe Grafik 1). Insbesondere die Anforderung IT Kosten zu senken, halten nur noch 31 % der Manager für wichtig. Im vergangenen Jahr waren es noch 52%.

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Grafik 1: Die über 800 Befragten der Studie sehen in IT eher einen Effektivitätsverbesserer und weniger als in den Vorjahren einen Kostenoptimierer. Quelle: McKinsey

Die Investitionen entwickeln sich analog zu den veränderten Prioritäten. Den McKinsey-Beratern zufolge erklärte 64 % der Befragten, dass die Budgets für neue Investitionen im kommenden Jahr zunehmen werden (55% sagten das im Vorjahr). Auf die verschiedenen Bereiche herunter gebrochen geben die Unternehmen nach wie vor am meisten für IT-Infrastruktur aus (27% des Budgets) und transaktionsorientierte Applikationen. Für Sicherheit geben sie 12 %, für Analytics 11% und für Innovation 11% aus. In 3 Jahren ändert sich das Bild relativ dramatisch. Dann werden nur noch 19% für Infrastruktur und 22 % für Transaktionssysteme ausgegeben. Security steigt auf einen Anteil von 14%, Analytics auf 15% und Innovation auf 17% des Budgets. Die Berater führen vor allem die geringeren Investitionen in die Infrastruktur auf Cloud Computing zurück.

 IT-Bedeutung wird in wichtigen Bereichen niedriger eingeschätzt

Allerdings ist die Zufriedenheit mit der IT rückläufig. So waren 2013 nur noch 49 % der Befragten der Meinung, dass die IT zur Entwicklung neuer Produkte beitrage. Im Vorjahr waren das noch 62%. Ähnlich verhält es sich mit dem Eintritt in neue Märkte. Nur 37% sehen hier einen signifikanten Beitrag der IT, 2012 waren das noch 57 %. Auch die Bewertungen bezüglich Wissensverteilung und Produktivitätssteigerung gingen zurück. Selbst die IT orientierten Manager unter den Befragten schätzen die Leistungen ihrer Bereiche kritisch ein.  So halten nur noch 23 % die IT Governance für sehr sehr effektiv oder effektiv. Im Vergangenen Jahr, waren das noch 30 %.

 Austausch des IT-Managements als Heilmittel

Mit folgenden Maßnahmen glaubt die Mehrheit der Manager die Defizite der IT abstellen zu können: mit mehr Verantwortung für die wirtschaftlichen Konsequenzen, mit der Reallokation der Investitionen auf die priorisierten Projekte und mit der Verbesserung des Skill-Levels. Diese Ergebnisse weichen  nicht sehr von Resultaten der Vorjahre ab – bis auf eine Ausnahme. 20 % der Befragten sehen im Austausch des IT-Managements die richtige Medizin zur Verbesserung der IT-Performance. Dabei vertraten erstaunlicherweise mehr als doppelt so viele IT-Manager wie Business-Manager  diese Meinung (siehe Grafik2).

Grafik 2: Hartes Urteil: IT Manager sehen im Austausch der IT-Führung doppelt so häufig einen Weg zur Verbesserung der IT als Businessmanager. Quelle: McKinsey

Grafik 2: Hartes Urteil: IT Manager sehen im Austausch der IT-Führung doppelt so häufig einen Weg zur Verbesserung der IT als Businessmanager. Quelle: McKinsey

Offenbar glauben einige IT-Organisationen, dass ihre Führungskräfte nicht in der Lage sind, mit sich schnell verändernden Umgebungsparametern umzugehen. Das passt zur Einschätzung der Führungskräfte: Nur 55 % sagen, ihre CIOs hätten einen signifikanten Einfluss auf die Geschäftsthemen ihrer Organisationen. Ungefähr der gleiche Prozentsatz der Befragten bestätigt die Mitgliedschaft der CIOs auf der obersten Management-Ebene. In Europa arbeiten CIOs tendenziell deutlich wenige häufig im ersten Führungskreis.

 Talente fehlen nach wie vor

 Als eine der  drängendsten IT-Herausforderungen sehen die Befragten, die Rekrutierung, Entwicklung und Bindung geeigneter Mitarbeiter.  Das ist kein neues Problem, ist aber in einigen Bereichen noch virulenter geworden als in den Jahren zuvor: Vor allem in den Bereichen Analytics, an der Schnittstelle zwischen IT und Business, bei der Entwicklung mobilerApplikationen und Web-Anwendungen, im Bereich Enterprise Application Architecture und im Bereich Cloud Computing fehlen nach Meinung der von McKinsey befragten Manager die meisten Talente.

 

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