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Roland Berger: Apple läutet im Bankenbereich eine Revolution ein

Bild: Roland Berger

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IT- und Telekommunikationsunternehmen drängen zunehmend in die Finanzwelt ein und setzten die traditionellen Marktteilnehmer mit ihren neuen Lösungen immer stärker unter Druck. In der neuen Publikation „Retail Banking – The coming revolution“ untersuchen die Roland Berger-Experten, welche Auswirkungen Partnerschaften wie die von Apple mit den bedeutendsten Kreditkartenanbietern auf das Retail-Banking haben werden.

Durch die Partnerschaft von Apple mit Visa, Mastercard und American Express lassen sich Smartphones als Zahlungsmittel wie Kreditkarten einsetzen. Kreditinstituten drohe damit die Gefahr, das Know-how über die Kundentransaktionen und die Bedürfnisse ihrer Kundschaft zu verlieren. „Durch gezielte Lösungen schaffen es IT-Anbieter, eine effiziente Finanzinfrastruktur auf die Beine zu stellen und einen lukrativen Markt für sich zu erschließen“, erläutert Wolfgang Hach, Partner von Roland Berger Strategy Consultants. „Denn für jede mobile Zahlungsabwicklung fallen selbstverständlich Transaktionsgebühren an.“  IT-Anbieter stehen damit im direkten Wettbewerb mit den Banken.

Bei einer Gebühr von 0,15 Prozent auf den zu zahlenden Betrag schaffe Apple ein Umsatzvolumen von 5,5 Milliarden Dollar, so Roland Berger. Das „Apple Pay“-Verfahren nutzen in den USA zum Beispiel McDonald’s oder die Warenhäuser Macy’s und Bloomingdale’s.

Neue Player im Bereich der Finanzdienstleistungen stellen so für etablierte Finanzunternehmen eine große Herausforderung dar. Denn IT-Anbieter haben eine deutlich schlichtere Vertriebsstrategie als Banken. „Ein IT-Unternehmen, das Finanzapplikationen anbietet, benötigt dafür nur ein digitales Netz, um seine Produkte weltweit zu betreiben“, sagt Roland Berger-Partner Jörg Oliveri del Castillo-Schulz. „Das sieht bei Kreditinstituten ganz anders aus: Sie müssen sowohl den Online-Vertrieb als auch das Filialnetz betreiben, um ihre Kunden an sich zu binden. Für Finanzinstitute bedeutet dies einen deutlichen Kostennachteil gegenüber reinen Online-Anbietern.“

Diese rasante Entwicklung in Richtung Digitalisierung zwinge traditionelle Banken zum Handeln, erklären die Roland-Berger-Berater. Diese setzen wiederum auf unterschiedliche Strategien: vom Aufbau digitaler Banken und Online-Angeboten bis hin zu gezielten Partnerschaften mit dem Einzelhandel im Bereich der Kreditkartenzahlung. „Die meisten Kreditinstitute zeigen jedoch noch großen Nachholbedarf. Sie sollten viel schneller und entschlossener auf den Vormarsch der neuen Anbieter reagieren, um wichtige Marktanteile nicht zu verlieren“, rät Wolfgang Hach.

Denn schließlich gehe es hier nicht nur um Transaktionsgebühren, sondern auch um die Kundenbindung: Laufen die Kreditkartentransaktionen etwa über einen dritten Anbieter, so verlieren Banken ihr Wissen über die Transaktionen ihrer Kunden und damit auch die Fähigkeit, ihre Kundschaft mit gezielten Produktangeboten an sich zu binden.

Die Publikation steht hier zum Download bereit.

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