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Wenn Dinge shoppen gehen, schaut der Handel erst mal in die Röhre

Ohne ausgereifte analytische Fähigkeiten werden Händler in digitalen Märkten nicht konkurrenzfähig sein, sagt Gartner. Deshalb sollten sie sich frühzeitig nach entsprechenden Handelslösungen umsehen.

Die Kunden haben längst die Kontrolle übernommen im Einkaufsprozess, und die geben sie nicht mehr her“, erklärt Robert Hetu, Research Director bei Gartner. „Und wenn die Entwicklung im Internet der Dinge in den nächsten fünf Jahren so weiter geht, werden die Effekte im Multichannel-Handel disruptiver sein, als alles, was wir bisher gesehen haben.“ Nur mit entsprechenden Analyse-Tools könne man diese Entwicklung erfolgreich überstehen.

Sein Beispiel: Der Kühlschrank eines Kunden stellt selbst fest, dass er einen neuen Filter benötigt. „Heute fühlt sich der Einzelhändler eventuell noch sicher, dass der Kunde wiederholt einkauft – eventuell, weil er den Laden kennt oder weil er den Filter zufällig entdeckt. Wenn der Kühlschrank selbst auf die Suche  nach Ersatzteilen geht, spürt er weder Loyalität zum Händler noch macht er sich Gedanken darüber, wo er das benötigte Teil finden wird“, so Hetu. „Dieses Ding wird einfach nach dem besten Preis und nach der Verfügbarkeit schauen.“ Auf diese Transaktionen müsse sich der Handel einstellen – oder sie der Konkurrenz überlassen.

Sekundenschnelle Entscheidungen sind gefragt

Gartner definiert die hoch entwickelten Analysetool als „Werkzeuge zur Analyse aller Arten von Daten auf Basis quantitativer Methoden“, um tiefere Einblicke zu erhalten, die traditionelle BI-Tools nicht liefern können. Nur damit ließen sich Mehrwert und Wettbewerbsvorteile generieren.

Händler, die diese Lösungen nicht verwenden, werden ins Wanken geraten, da sie vom Umsatz, den das Internet der Dinge generieren wird, nicht profitieren können. In einer Welt, in der die Kunden nicht mehr Menschen, sondern Dinge sind, die nicht mehr über Preise verhandeln, müsse der Händler über seine Rolle nachdenken. Das sei ein evolutionärer Schritt – der disruptiven Entwicklung im Medienbereich – mit E-Books, Musik- und Videostreaming – ähnlich. Amazon, Netflix & Co. geben hier den Ton an, traditionelle Unternehmen sind verschwunden oder tun sich schwer.

Der Einfluss des Digital Business und des IoT setze Analysetools voraus, die Echtzeit-Entscheidungen ermöglichen, um von momentanen Geschäftsgelegenheiten profitieren zu können. Diese Gelegenheiten setzen ein verändertes Marketing, eine neue Preispolitik, andere Distributionswege und andere interne Prozesse voraus. Letztlich müsse jeder Einzelhändler in Sekundenschnelle in der Lage sein, zu entscheiden, ob er eine Geschäftsgelegenheit nutzt – oder auf die nächste wartet. Erfolg setze in der digitalen Wirtschaft eine Kombination aus Wissen, Innovation, Geschwindigkeit und Strategie voraus.

Big Data Discovery: The next big thing

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Big Data Discovery ist laut Gartner die Kombination aus Big Data, Data Science und Data Discovery. Quelle: Gartner

Gartner jedenfalls ist überzeugt, das die Notwendigkeit schneller Entscheidungen die Einzelhändler zum Einsatz von Self-Service- und Big-Data-Discovery-Tools drängt. Big Data Discovery ist für Gartner „the next big thing“ und der gefundene Missing Link, damit Big Data der Durchbruch gelingt. Damit lasse sich die Eintrittsschwelle in Big-Data-Analysen für Anwender senken. Und Analysen würden kostengünstiger und zudem für eine breitere, weniger erfahrene Zielgruppe nutzbar. „Big Data Discovery ist die nächste Stufe auf dem Weg zur self-service-Analyse – ohne Unterstützung von Data Scientists“, erklärt Gartner.

„Big Data Discovery-Tools liefern Business-Analysten und -Anwendern  wichtige Informationen für schnelle Entscheidungen. Da diese Nutzer weniger erfahren sind als ihre traditionellen BI-Kollegen gehen sie auch mit weniger komplizierten Problemen um, für die sie eine schnelle Lösung suchen“, so Hetu. Sie seien dichter am Business, das mache es einfacher, interaktive analytische Prozesse zu integrieren, um Ergebnisse zu beschleunigen.

Foto: Pixabay

 

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