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Digitalisierung in KMU: Optimierte Geschäftsprozesse sollten vor neuen Business-Modellen stehen

3029273247_f4287ecc98_bDie aktuelle Diskussion zur Digitalisierung widmet sich zu sehr der Entwicklung neuer Business-Modelle. Der vorerst größere Vorteil liege gerade für den Mittelstand jedoch in den Produktivitäts- und Wirtschaftlichkeitseffekten durch eine möglichst umfassende Digitalisierung der Geschäftsprozesse. Hier bestehe quer über alle Branchen ein erheblicher Handlungsbedarf, allein schon, weil viele Prozesse noch in erheblichem Umfang von Papierdokumenten geprägt seien, so die Ansicht der Berater von Actinium Consulting.

Welcher volkswirtschaftliche Nutzen mit der digitalen Transformation einhergehen kann, habe beispielsweise der kürzlich vorgestellte Report „Digitale Wirtschaft“ des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) aufgezeigt. Er ermittelte einen direkten Zusammenhang zwischen Digitalisierung und Produktivität und ist zu dem Ergebnis gekommen, dass ein Anstieg der Digitalisierung einer Branche von einem Prozentpunkt zu einer Steigerung der Produktivität um durchschnittlich 0,28 Prozentpunkte führt.

„Dies ist auch nicht verwunderlich“, verweist Actinium-Geschäftsführer Klaus Hüttl exemplarisch auf die produktivitätshemmende Wirkung von Papierdokumenten in den Geschäftsprozessen. „Wird eine konsequente Digitalisierung vollzogen, sind diese Dokument nur einmal vorhanden und zentral im System verfügbar, stehen per Mausklick allen autorisierten Personen in der aktuellsten Version zur Verfügung und ermöglichen eine durchgängige Bearbeitung ohne Medienbrüche“, beschreibt er den Nutzen. „Und liegen die Informationen durchgängig digital vor, lassen sich Objekte, Prozesse und Systeme flächendeckend vernetzen, außerdem kann eine engere Kundenkommunikation realisiert werden.“

Unternehmensweiter Strategierahmen statt Eigeninitiativen der Geschäftsbereiche sinnvoll

Der Consultant sieht deshalb in dem digitalen Wandel vor allem die Chance für Unternehmen, ihre Prozesskosten nachhaltig zu reduzieren und gleichzeitig den Business-Abläufen eine höhere Agilität zu verleihen. Die Digitalisierung als Innovationsmotor und Produktivitätstreiber werde die Möglichkeiten der Geschäftsprozessoptimierung deutlich erweitern. Allerdings bedürfe es hierfür einer klaren strategischen Ausrichtung statt punktueller Maßnahmen.

„Es stellt sich die Frage, ob eine Digitalisierung der Geschäftsprozesse vornehmlich durch Eigeninitiative der Fachbereiche erfolgen soll“, problematisiert Hüttl. Er plädiert stattdessen dafür, dass eine unternehmensweit verbindliche Agenda entwickelt wird, die den Organisationsbereichen als Rahmenwerk zur operativen Umsetzung dient. „Ein verstärktes Engagement in der Digitalisierung der Geschäftsprozesse sollte nicht dazu führen, dass eine breite Vielfalt an Methoden und Tools eingesetzt wird, da dies neue Integrationshürden entstehen lassen kann“, betont er.

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