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VOICE-Themen auf der CeBIT: Cyber Security, CIO Agenda und Forderungen an die Politik

 

VOICE – Bundesverband der IT-Anwender e.V. ist Partner des CeBIT Executive Club. Der Anwenderverband bietet seinen Mitgliedern und ihren Gästen in der Executive Lounge ausgezeichnete Networking-Möglichkeiten sowie ein locker gestricktes, aber inhaltsschweres Vortragsprogramm. VOICE wird die größte IT-Messe der Welt aber auch nutzen, um mit dem Manifest zur IT-Sicherheit, der Veröffentlichung der VOICE CIO Agenda und Forderungen an die Politik Stellung zu beziehen.

VOICE gibt seinen Mitgliedern und ihren Gästen in der CeBIT Executive Lounge in erster Linie einen Treffpunkt zum Netzwerken und für den fachlichen Austausch – mitten auf dem Messegelände, aber außerhalb des Hallentrubels. Darüber hinaus bietet der Anwenderverband gemeinsam mit Partnern ein ausgewähltes Programm an: zum Beispiel das Presse-Roundtable „IT meets Press“, Workshops des Landeskriminalamts NRW zu aktuellen Sicherheitsthemen oder das Trusted Cloud Panel, zu dem das BMWi in Zusammenarbeit mit dem Kompetenznetzwerk Trusted Cloud einlädt sowie einige interne VOICE-Veranstaltungen. Außerdem ist VOICE im Vortragsprogramm der CeBIT Global Conferences und in Scale 11 vertreten.

Manifest zur IT-Sicherheit

Die politische Bühne CeBIT wird die Interessenvertretung der IT-Anwender ebenfalls nutzen. Am Dienstag, den 22.03.2017 um 13:00 Uhr am Stand des BMWI (Halle 6, Stand C 40) überreicht der Bundesverband Staatssekretär Matthias Machnig aus dem Bundeswirtschaftsministerium das Manifest zur IT Sicherheit, das gemeinsam mit dem Bundesverband IT-Sicherheit e.V. – TeleTrusT –  erarbeitet wurde. Auch dem Bundesministerium des Inneren wird das Manifest während der CeBIT offiziell überreicht. Der genaue Termin dafür steht allerdings noch nicht fest. Das Manifest benennt 6 Problemfelder:

  • Sicherheitsprobleme gefährden nachhaltige Digitalisierung
  • Zu wenige sichere und vertrauenswürdigen IT-Lösungen
  • Fehlende Transparenz und Vertrauen
  • Unzureichende Umsetzung der Prinzipien Security-by-Design sowie Privacy-by-Design
  • Mangelnde Selbständigkeit der europäischen IT-Sicherheitsinfrastruktur
  • Steigende Bedrohung durch Cyber-War

Im Manifest, das nach der offiziellen Übergabe an die Bundesministerien auf der VOICE Website (www.voice-ev.org ) zum Download bereitgestellt wird, zeigen VOICE und TeleTrusT Wege auf, wie sich diese Defizite abbauen und eine angemessene Risikolage in der IT erreichen lässt.

CIOs auch 2017 mit einer pragmatischen Agenda

Ebenfalls auf der CeBIT stellt der Bundesverband die VOICE CIO Agenda 2017 vor. Die Politik sieht alles rund um Industrie 4.0 und Digitalisierung als Top-Thema des deutschen Wirtschaftsraums, Wirtschaftsanalysten propagieren Big Data, Vernetzung, Advanced Analytics und AI als Trendthemen – doch was treibt die IT-Anwenderunternehmen tatsächlich um? Der Themenfokus der bisherigen Teilnehmer europäischer IT-Anwenderunternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen weicht auch in diesem Jahr stark von den Meinungen der IT- und Wirtschaftsanalysten ab. Vorabergebnisse weisen darauf hin, dass sich die IT-Budgets 2017 zum zweiten Jahr in Folge positiv entwickeln. 43 Prozent der Befragten gehen dieses Mal von steigenden Budgets aus. In der VOICE CIO Agenda 2016 waren es 39 Prozent. Als Top-Themen sehen die IT-Entscheider 2017 Operational Excellence, Verfügbarkeit, Collaboration und Security. 2016 standen die Punkte Availability, Security und Collaboration ganz oben. Somit sehen IT-Entscheider es als noch wichtiger an, sich um die digital gestützte Zusammenarbeit zu kümmern als um die inzwischen hohe Verfügbarkeit der Systeme. Zur VOICE CIO Agenda 2017 wird VOICE zum CeBIT-Auftakt eine weitere Pressemitteilung herausgeben.

VOICE stellt im Wahljahr Forderungen an die Politik

Im September 2017 ist Bundestagswahl. Damit neben den beherrschenden Wahlkampfthemen die Belange der IT anwendenden Unternehmen nicht zu kurz kommen, hat VOICE einen Forderungskatalog an die Politik zusammengetragen. Hier ein kleiner Vorgeschmack auf den Forderungskatalog, der während der CeBIT von den VOICE-Mitgliedern weiter bearbeitet wird.

  • Koordination der Digitalisierung auf Bundesebene – Die Bundesregierung muss ihre Digitalisierungsanstrengungen bündeln. Die Verteilung auf verschiedene Ressorts hat die Fortschritte verlangsamt und nicht wie erhofft, beschleunigt. Deshalb plädiert VOICE für eine zentrale Koordinierungsstelle in der Bundesregierung. Wünschenswert wäre außerdem eine bessere Koordination zwischen Bund und Ländern. Die Digitale Agenda des Bundeswirtschaftsministeriums ist dafür nicht ausreichend konkret und verbindlich.
  • Koordination nationaler und europäischer Digitalisierungs-Initiativen – Zurzeit erscheinen die nationalen und die europäischen Initiativen entkoppelt. Eine deutliche Verzahnung könnte die Anstrengungen beider Seiten stärken. Außerdem wäre das auch eine Möglichkeit, den Schulterschluss zwischen den europäischen Ländern wieder zu stärken. Es gilt, nicht nur gemeinsam stark, sondern auch gemeinsam digital zu sein.
  • Deutlicher und beschleunigter Ausbau von e-Government auf Bundes- und Landesebene – Die E-Government-Initiativen in Deutschland sind im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wenig erfolgreich. Hier müssen mehr Service-Angebote für Unternehmen und Bürger geschaffen werden. Die Vorgabe oder Entwicklung einheitlicher Richtlinien für Bund und Länder würde hier einen deutlichen Schwung bringen.
  • Gleiche Produkthaftungsregeln für analoge und digitale Produkte – Das gilt insbesondere für die Einhaltung der Datenschutzregularien. Die Produkthaftungsregeln müssen auf digitale Produkte ausgeweitet werden. Dabei dürfen die bereits in der „analogen“ Welt geltenden Regeln nicht aufgeweicht werden. Hersteller und Betreiber müssen insbesondere bzgl. des Schutzes der neu entstehenden, massiven Volumina personenbezogener bzw. personenbeziehbarer Daten in die Pflicht genommen werden.
  • Breitbandausbau weiter vorantreiben – Der Plan der Bundesregierung, bis 2018 flächendeckendes Breitband mit 50 Mbit/s zur Verfügung zu stellen ist nicht ausreichend. Es müssen Pläne aufgelegt werden, die eine deutlich breitbandigere Versorgung sicherstellen. Der Kommunikationsinfrastruktur muss endlich die gleiche Bedeutung zugemessen werden, wie der Verkehrsinfrastruktur.
  • Verbindliche Sicherheitsregeln für den internationalen Datenverkehr – Länder, die das Regelwerk nicht akzeptieren, werden entsprechend kontrollierter und eingeschränkter am Datenverkehr beteiligt.
  • Erhöhung der Digitalkompetenz in Unternehmen und Bevölkerung – Um die Spaltung der Gesellschaft in digital Kompetente und digitale Analphabeten zu verhindern und menschliche Mitarbeiter im Wettbewerb mit intelligenten Maschinen auch langfristig den Arbeitsplatz zu sichern, müssen nachhaltige und wirksame digitale Bildungs- und Weiterbildungsangebote für alle Bildungs- und Altersklassen geschaffen werden, die von Bildungsangeboten erreicht werden können.

About Christoph Witte

Christoph Witte arbeitet als IT-Publizist und Kommunikationsberater in München. Seit langem ist er fester Bestandteil der IT-, TK und Online-Community in Deutschland.

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