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Expertenrunde: Blockchain wird kommen – „doch Innovationen können auch wehtun“

Bildquelle: Pixabay

Was ist Blockchain und was macht man damit? Während sich ein Teil der Öffentlichkeit noch diese Fragen stellt, wird die Technologie seitens Experten bereits heiß diskutiert. Demnach hat sie das Potenzial, etablierte Geschäftsmodelle und somit die globalen Finanzmärkte fundamental zu verändern.

Gemeinsam mit führenden Vertretern aus Wirtschaft und Politik ging es in einem Workshop von Bearingpoint zum einen darum, Entwicklung und Vorteile dieser Technologie aufzuzeigen, zum anderen aber auch die größten Herausforderungen und den Bedarf an neuen gesetzlichen Richtlinien nicht zu vernachlässigen.

„Blockchain ist so vielfältig einsetzbar und bietet ein enormes Potenzial. Mit einer einzigen grundlegenden Technologie bieten sich unzählig viele Möglichkeiten. Jetzt geht es darum, diese sinnvoll zu nutzen, denn Blockchain wird sich über konkrete Anwendungsfälle den Weg in den Markt bahnen“, sagte Dr. Robert Bosch, Partner bei BearingPoint.

Ungenutztes Potenzial – auch außerhalb der Finanzwelt

BearingPoint habe im Rahmen seiner Ventures-Strategie ein entsprechendes Ökosystem geschaffen. Weltweites Erfolgsbeispiel sei der Zusammenschluss zwischen dem BearingPoint Spin-off Elevence und Digital Asset Holdings 2016, der die Umsetzung von Blockchain-Technologien vorantreiben soll.

Eine technologische Lösung für Finanzinstitute ermögliche beispielsweise die Ausführung von digitalen Vereinbarungen – mit einem hohen Maß an Sicherheit und Transparenz. So könnte durch die Nutzung von Blockchain auch die Dauer von Finanztransaktionen von 24 Stunden auf 0,1 Sekunden verkürzt werden, was zu erheblicher Kostenreduzierung führe.

Auch der Handel mit Wertpapieren sowie die Erfüllung regulatorischer Auflagen könne maßgeblich optimiert werden. Die Technologie weise hinsichtlich lückenloser und kaum manipulierbarer Dokumentation von Kontrakten klare Vorteile aus Sicht der Regulierung auf.

Neben den klassischen Anwendungsbereichen hat die Expertenrunde nach weiteren Beispielen gesucht, bei denen die graduelle Integration von Blockchain hilfreich sein kann. Im öffentlichen Sektor könnten Blockchains beispielsweise als Register zur Erfassung von Wirtschaftsgütern eingesetzt werden.

In diesem Zusammenhang biete die Technologie Chancen für Länder, in denen keine funktionierende Infrastruktur öffentlicher Grundbücher und Register existiert, da durch die Blockchain Eigentumsrechte der Bürger dokumentiert und geschützt werden könnten. Sollten sich Blockchain-Lösungen in diesen Märkten etablieren, seien zudem Adaptionseffekte in stärker entwickelten Ländern zu erwarten.

„Je mehr einzelne Länder ihre Währung herabwirtschaften, desto größer sind die Chancen, dass sich durch die Blockchain-Technologie weniger manipulierbare digitale Währungen durchsetzen, von denen alle Marktteilnehmer profitieren“, sagte Roland Tichy, ehemaliger Chefredakteur der Wirtschaftswoche.

Nur eine Frage der Zeit und der Rahmenbedingungen

Trotz all der Euphorie stehe Blockchain noch vor zahlreichen Herausforderungen. Denn bei einem Punkt waren sich die Experten einig: Auch wenn sich die Technologie etablieren und als Basis für Systeme und Prozesse weiterentwickeln wird, braucht Innovation Zeit und kann an manchen Stellen schon mal wehtun.

„Wir sind bei den Netzwerkeffekten für digitale Währungen erst dort, wo die E-Mail 1993 war. Das weitere Potenzial ist riesig“, erklärte Oliver Flaskämper von bitcoin.de. Er unterstreicht dabei noch einmal die Interdependenz zwischen der Blockchain-Technologie und den digitalen Währungen wie Bitcoin.

Für Frank Schäffler vom Freiheitsinstitut Prometheus sowie Bundestagsabgeordneter a.D. bedeutet das auch, dass einige auf der Strecke bleiben: „Der Wandel zur Blockchain-Technologie wird kommen, die Frage ist lediglich, wer in Zukunft mitspielen wird und wer nicht.“

„Innovation ist ein großes Wort, für das man manchmal teuer bezahlen muss. Auch vielen Blockchain-Startups wird es so gehen, die Technologie als solche aber wird sich durchsetzen“, dessen ist sich Dr. Bosch sicher.

Das steuerliche Umfeld nicht vernachlässigen

Um die Entwicklung zu beschleunigen und die Digitalisierung im Geschäftsbereich voranzutreiben, müssten vor allem die entsprechenden technischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen geschaffen werden. Dies betreffe nicht nur das gesamte Finanzsystem, sondern auch die Strukturen im öffentlichen Sektor. Dabei wären „mehr rechtliche Klarstellungen bezüglich der Behandlung von Smart Contracts als Anwendung der Blockchain zu begrüßen“, so Karsten Treiber von der LBBW-eigenen Unternehmensberatung targens.

„Das steuerliche Umfeld für digitale Währungen ist nicht zu vernachlässigen, weil es entweder Geschäftsmodelle erlaubt oder kaputt macht. Wenn Deutschland beim Thema digitale Währungen und Blockchain vorne bleiben will, muss steuerliche Sicherheit geschaffen werden“, sagte Schäffler.

Wie das im Einzelnen aussehen könne, daran müssten alle Beteiligten aus Wirtschaft, Finanzwelt und Behörden gemeinsam arbeiten. Expertenrunden wie die von BearingPoint könnten dabei helfen, die Entwicklung voranzutreiben.

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