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Silicon Valley meets German Gründlichkeit – ein Vergleich der Innovationskulturen

Michael Dowling diskutierte am 26. April gemeinsam mit Nicola Breugst, Wieland Holfelder und Kurt Müller (v.l.n.r.) über Innovationskulturen in Deutschland und in den USA (Foto: acatech)

Wie unterscheiden sich die Innovationskulturen in Deutschland und in den USA – und was verbindet sie? Diesen Fragen widmeten sich Entrepreneurship-Forscherin Nicola Breugst (TU München), Entwicklungschef Wieland Holfelder (Google Germany) und Venture-Capitalist Kurt Müller (Target Partners) vor kurzem im Amerikahaus in München. Die Veranstaltung wurde moderiert vom acatech-Mitglied Michael Dowling.

Deutschland und die USA gehören gleichermaßen zu den führenden Innovationsstandorten – bauen jedoch auf unterschiedliche Stärken auf. Während Deutschland eine sogenannte German Gründlichkeit  und mitunter ein gewisses Over-Engineering zugeschrieben werden, gelten die USA als Wiege agiler IT- und High-Tech-Unternehmen. Garagen-Startups entwickeln sich hier zu Weltkonzernen. Währenddessen ist Deutschland Weltmeister der sogenannten Hidden Champions – hochspezialisierten Unternehmen, die in ihrem Bereich Weltmarktführer sind.

In Deutschland: Scheitern ist persönliches Scheitern

Nicola Breugst, Wieland Holfelder und Kurt Müller verglichen US-amerikanische und deutsche Gründertypen, Führungskulturen und Innovationssysteme. Sie erörterten die Vor- und Nachteile der jeweiligen Modelle. Nicola Breugst wies darauf hin, dass Innovationskulturen gleichermaßen auf verschiedenen Gründerpersönlichkeiten und auf unterschiedlichen institutionellen Rahmenbedingungen beruhen.

In Deutschland werde das Scheitern von Unternehmungen zuweilen als persönliches Scheitern wahrgenommen und nicht als Chance und Lernprozess. Auch gebe es in den USA mehr risikobehaftete, disruptive Unternehmungen.

Nach den Worten von Kurt Müller haben innovative Unternehmens-Konzepte in den USA eine lange, erfolgreiche Tradition. Deshalb seien auch Kunden und Investoren aufgeschlossener gegenüber Neugründungen. Wieland Holfelder unterstrich, dass rund um den Globus gute Entwickler gebe, die nicht alle in Silicon Valley leben wollen. Daher habe Google seine Forschung und Entwicklung international angelegt an Standorten wie München.

Der Gründergeist nimmt zu

Die Diskutanten waren sich einig, dass in Deutschland der Gründergeist zunehme und Innovationen zunehmend in transatlantischen Partnerschaften entstehen.  In der Zusammenarbeit zwischen den USA und Deutschland und der Vereinigung beider Innovationsmodelle – German Gründlichkeit und Silicon Valley – liege ein Schlüssel zu nachhaltigem Wachstum durch Innovation.

Die von acatech-Mitglied Michael Dowling (Universität Regensburg) moderierte Diskussion war die erste gemeinsame Veranstaltung des Amerikahauses und acatech. Nicht zuletzt der sehr gut besuchte Veranstaltungsort – eine Garage bei den Interimsräumen der Stiftung Bayerisches Amerikahaus gGmbH, da das Amerikahaus-Gebäude derzeit generalsaniert wird – erzeugte eine geistig sowie visuell innovative Atmosphäre.

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