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Locky & Co.: Jede sechste E-Mail an Geschäftspostfächer enthält einen Virus

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Quelle: Flickr/CC

Auf Locky folgen nun KePanger, PowerWare und Petya: Die Sicherheitsexperten von Retarus verzeichnen aktuell ein deutlich erhöhtes Aufkommen des Krypto-Trojaners Locky sowie neuer Variationen. Laut einer aktuellen Auswertung wurden 17 Prozent aller eingehenden E-Mail-Nachrichten aufgrund eines Virenverdachts abgefangen. Dies entspreche einem Anstieg um das Fünffache im Vergleich zum Vormonat und sei in erster Linie auf die starke Zunahme von Ransomware zurückzuführen.

Im Durchschnitt enthielt laut Retarus im März jede sechste E-Mail, die an geschäftlich genutzte Postfächer gerichtet war, einen Virus. Insgesamt traten dabei stündlich so viele infizierte Nachrichten auf wie noch 2015 durchschnittlich in einem Monat. Die Analyse habe ergeben, dass dies in erster Linie auf den enormen Anstieg an Krypto-Trojanern zurückzuführen sei. Während im Februar nur etwa drei Prozent aller eingehenden E-Mails infiziert waren, stieg die Anzahl der aufgrund von Viren gefilterten Nachrichten im März bereits auf 17 Prozent. Der Grund: In diesem Zeitraum tauchten nach der ersten Locky-Bedrohungswelle zahlreiche weitere Varianten des Schädlings auf.

Da Krypto-Trojaner ihre Struktur schnell und häufig verändern und in der Folge innerhalb kürzester Zeit verschiedenste Ausprägungen auftreten, kann die Ransomware nicht sofort von jedem Virenscanner erfasst werden.  Cloud-Services könnten die Sicherheit erhöhen: Sie greifen parallel auf mehrere Scanner zu, ergänzen dadurch ihre Filterregeln kontinuierlich und versprechen somit immer den aktuellsten Schutz. Weitere Mechanismen wie etwa ein Vierfach-Virenscan sollen die Wahrscheinlichkeit zusätzlich steigern und Erpressungstrojaner zeitnah identifizieren und blockieren können.

Erhöhte Wachsamkeit erforderlich

Um sich vor Angriffen von Locky und ähnlicher Ransomware bestmöglich zu schützen, sollten E-Mail-Nutzer besonders wachsam sein. Retarus empfiehlt, die automatische Ausführung von eingebettetem Makro-Code in Office-Programmen zu deaktivieren und Makros nur dann auszuführen, wenn diese zwingend benötigt werden und entsprechende Dokumente aus bekannten Quellen stammen. E-Mail-Anhänge sollten Nutzer prinzipiell nur dann öffnen, wenn ihnen der Absender beziehungsweise der in der E-Mail beschriebene Vorgang vertrauenswürdig erscheint.

Damit potentiell betroffene Daten schnell und möglichst ohne Verluste wiederhergestellt werden können, sollten wichtige Daten regelmäßig per Backup gesichert werden. Dabei gilt es zu beachten, dass Locky auch externe Datenträger angreifen kann, wenn diese permanent mit dem Rechner verbunden sind. Vorsicht ist auch bei einem extrem trägen Ansprechverhalten des Rechners, hoher Festplattenaktivität ohne erkennbaren Grund oder Dateien mit der Endung .locky auf der Festplatte geboten. Um bestehende Sicherheitslücken zu schließen, sollten zudem stets aktuelle Virenscanner-Versionen installiert sowie regelmäßige Patches durchgeführt werden.

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