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Zu wenig, zu langsam: Deutschen Unternehmen fehlt ganzheitliche Digitalstrategie

Bildquelle: Pixabay

Rund zwei Drittel der Unternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben keine ganzheitliche Strategie bei der Umsetzung ihrer Digitalisierungsprojekte. So stimmt nicht einmal jede fünfte kleinere Firma ihre digitalen Projekte aufeinander ab, bei großen Konzernen macht es immerhin jeder zweite.

Nach Branchen betrachtet sind Banken und Versicherungen Vorreiter wenn es um koordiniertes Vorgehen geht (49 %), gefolgt vom öffentlichen Sektor (45 %). Deutlich im Rückstand liegt der Handel mit 24 Prozent.

Das geht aus der „4 digital“-Studie hervor, an der die internationale Managementberatung Oliver Wyman federführend beteiligt war und die zu den Hamburger IT-Strategietagen 2017 aufgelegt wurde.

Bewusstsein und Know-how fehlen

Im Rahmen der Studie wurden mehr als 300 IT-Verantwortliche in Unternehmen der DACH-Region zum aktuellen Stand der digitalen Transformation in ihrer Firma, den Hindernissen bei einer zügigen Umsetzung von Digitalisierungsprojekten und den kommenden Herausforderungen durch die Digitalisierung befragt.

Kai Bender, Partner und Verantwortlicher für das Deutschlandgeschäft der globalen Digital-Practice bei Oliver Wyman: „Die Antworten auf unsere Fragen zeigen, dass die meisten Unternehmen noch deutlichen Nachholbedarf haben. Zugleich aber wird in unserer Studie auch klar, wo die Hürden liegen und was zu tun ist.“

Etwa die Hälfte der Unternehmen sieht mangelndes Bewusstsein bei einzelnen Mitarbeitern sowie deren unzureichende Digitalisierungs-Fähigkeiten als die beiden wichtigsten organisatorischen Hindernisse auf dem Weg in die digitale Transformation.

Hinzu kommt eine behäbige IT: Rund 60 Prozent der befragten CIOs und IT-Leiter äußern sich in diesem Zusammenhang selbstkritisch und meinen, ihre IT müsse dynamischer und flexibler gestaltet werden, um für die Digitalisierung gewappnet zu sein.

Die Hürden auf der strategischen Ebene: 40 Prozent der befragten Unternehmen haben noch gar keine Digitalisierungsstrategie entworfen und in ebenso vielen Firmen ist die Verantwortung für die Digitalisierung nicht eindeutig zugeordnet, sondern verteilt sich auf mehrere Schultern.

4 vier wesentliche Faktoren, wie digitale Transformation zügig und erfolgreich gelingen kann:

  1. Firmen müssen „Silodenken“ überwinden: Rund drei Viertel der Befragten erachten vernetzte Kommunikation, eine digitalisierungsfreundliche Unternehmenskultur und bereichsübergreifendes Denken als essenziell für die digitale Transformation.
  2. Die Einführung neuer Methoden und Managementansätze bei der digitalen Transformation ist Chefsache, der CEO hat das letzte Wort. So ist es in rund 60 Prozent der befragten Unternehmen, bei kleineren Firmen sind es gar 84 Prozent.
  3. Unabdingbar für Manager auf dem C-Level ist technisches Verständnis, um ihr Unternehmen in die digitale Transformation zu führen. Mehr als 60 Prozent der Befragten vertreten diese Auffassung, die vor allem auch für kleinere und mittelständische Firmen gilt.
  4. Digitalisierung erfordert eine dedizierte Sicherheitsstrategie. Mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen haben die besonderen IT-Sicherheitsanforderungen der Digitalisierung erkannt und entweder bereits eine dedizierte Sicherheitsstrategie erarbeitet oder arbeiten daran.

„Die Studienergebnisse zeigen: Unternehmen, die jetzt entschlossen und besonnen handeln, bietet die digitale Ära im bildungsstarken Deutschland enorme Chancen. Vor dem Hintergrund der noch bestehenden Defizite treibt im Idealfall das jeweilige Top-Management die digitale Transformation nachdrücklich voran“, sagt Bender.

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