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Warum sich deutsche Unternehmen bei der Digitalisierung schwer tun

Digitalisierung ist ein vielschichtiges Thema, und es ergibt sich für die betroffenen Unternehmen eine Reihe von Fragen: Mit welchen Innovationen soll die digitale Zukunft erfolgreich gestaltet werden? Wie sieht eine moderne IT aus und welche Technologien sind relevant? Welche Partner und Methoden tragen zum Digitalisierungsprozess bei? Was sind die Chancen und Risiken, mit denen sich die Unternehmen konfrontiert sehen? Eine Befragung von IT- und Business-Entscheidern lieferte Antworten.

Der IT-Dienstleister Cognizant, Lünendonk sowie Prof. Dr. Peter Buxmann, Inhaber des Lehrstuhls Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt, stellten die Fragen nach den Einschätzungen der Digitalisierung. Ursachen, Einblicke und resultierenden Erwartungen wurden in der Lünendonk-Trendstudie „Wie digitalisieren Sie Ihr Business? – Mehrwerte schaffen durch Digitale Transformation“ zusammengefasst.

Es fehlt an Strukturen und Geschwindigkeit

In den meisten Branchen, wie Industrieproduktion, Handel, Chemie/Pharma und Logistik, herrscht laut der Analyse vielerorts ein langsames Tempo im Hinblick auf Entwicklung und Vermarktung digitaler Geschäftsmodelle und Innovationen. Die meisten Unternehmen seien geprägt durch hierarchische Organisationen, lange Entwicklungszyklen und einen hohen Qualitätsanspruch bei gleichzeitig geringer Fehlertoleranz.

Die Perspektive bei der Strategieentwicklung, aber auch bei der Innovationsentwicklung, sei häufig sehr stark auf die eigene Branche bzw. das engere Wettbewerbsumfeld gerichtet. All das sei aber genau das Gegenteil vom Konzept der überaus erfolgreichen Vertreter der Digitalisierung wie(Amazon, Zalando, Google oder Alibaba.

Allerdings zeigt die Lünendonk-Studie, dass die Unternehmen zweigleisig fahren und sich neben den klassischen auch moderne Innovationsmethoden etabliert haben. So entwickeln 92 Prozent der befragten Unternehmen ihre Innovationen zwar innerhalb der eigenen Unternehmensorganisation. Überragende 98 Prozent setzen jedoch auch auf die Kooperationen mit Partnern (Open Innovation), um Innovationen zu entwickeln und auf ihre Marktreife vorzubereiten. „Gerade bei Themen, die fern vom bisherigen Geschäftsmodell sind, öffnen sich Unternehmen. Anders haben sie auch keine Chance, an Kreativität und neuen Ideen zu kommen“, beobachtet Mario Zillmann, Partner bei Lünendonk.

Start-ups werden kaum eingebunden

Auffallend sei jedoch, dass Start-ups bei den meisten Unternehmen eine untergeordnete Rolle bei der Wahl zum Kooperationspartner spielen. Nur etwa ein Viertel der Studienteilnehmer nutzt Start-ups als externen Innovationspartner.

„In der Regel sind es die großen Konzerne, die Start-ups in die Innovationsentwicklung einbinden können. Im Gegensatz zum Mittelstand haben die großen Konzerne die finanziellen Mittel, um Innovationszentren aufzubauen und ohne großen wirtschaftlichen Druck zu betreiben. Jedoch sollten alle Unternehmen sich den Start-ups und branchenfremden Unternehmen öffnen, denn nur dadurch kann das Potenzial an Kreativität und frischen Ideen für Veränderung, Anpassung und Wachstum genutzt werden“, so Zillmann weiter.

Keine konkrete Vorstellung von Innovationen

„Den Unternehmen fällt es schwer zu erkennen, welche Innovationen dabei helfen, einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil zu generieren. Die Resultate der Studie zeigen, dass die befragten Unternehmen eher auf Nummer sicher gehen, als neue, vielleicht auch unsichere Wege zu beschreiten“, folgert Prof. Dr. Buxmann. Vor allem in „Verteidigungszielen“, wie Bindung von Kunden oder Prozessverbesserungen, sehen die Studienteilnehmer derzeit Digitalisierungschancen. Im Gegensatz dazu rechnen sich die Unternehmen für die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle oder für die Erschließung neuer Märkte im Moment eher geringere Chancen aus.

Dies könne durchaus zur Gefahr werden. Es entstehe ein Spannungsfeld, wenn Unternehmen wachstumsorientierten Themen nur geringe Chancen zuschreiben und gleichzeitig das Investitionsrisiko bei der Entwicklung digitaler Innovationen und Geschäftsmodelle als hoch einstufen. Auf lange Sicht gefährde dieses Verhalten die Überlebensfähigkeit, denn „am Ende des Tages selektiert der Kunde diejenigen Unternehmen, die kein digitales Erlebnis bieten, einfach aus“.

Methodik: Für die Lünendonk-Trendstudie „Wie digitalisieren Sie Ihr Business? – Mehrwerte schaffen durch Digitale Transformation“ in fachlicher Zusammenarbeit mit Cognizant wurden mehr als 120 CIOs, Chief Digital Officer und Fachbereichsentscheider aus dem gehobenen Mittelstand mit mehr als 2.500 Mitarbeitern sowie aus Großunternehmen und Konzernen befragt. Die wissenschaftliche Begleitung der Sstudie übernahm Prof. Dr. Peter Buxmann, Inhaber des Lehrstuhls Wirtschaftsinformatik der TU Darmstadt.

Die Studie kann kostenfrei von allen Interessierten bei Lünendonk und bei Cognizant heruntergeladen werden.

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