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Wenig Interesse an autonomen Autos – weil selbst fahren Spaß macht

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Quelle: Daimler

Mehr als die Hälfte der Europäer traut autonom fahrende Autos am ehesten etablierten Automobilherstellern wie Mercedes zu, lediglich 20 Prozent können sich vorstellen, dass einem IT-Unternehmen wie Google hier der entscheidende Vorstoß gelingt.

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Quelle: AutoScout24

Vier Prozent setzen auf den Impuls aus einem anderen Industriesektor. 23 Prozent sind der Auffassung, dass autonomes Fahren innerhalb der kommenden 25 Jahre noch gar nicht markttauglich wird. Das zeigt eine repräsentative Studie des europaweit größten Online-Automarkts AutoScout24 in sieben europäischen Ländern. Im Rahmen der Studie „Unser Auto von morgen 2015“ wurden insgesamt 8.811 Europäer in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) befragt.

Niedrigere Versicherungskosten wären ein Argument

Die Vorstellung, die Herrschaft über die Technik generell an Assistenzsysteme, Kameras und Sensoren abzutreten, erscheint nur einem Fünftel der Befragten akzeptabel. Von ihnen würde sich gut die Hälfte grundsätzlich lieber transportieren lassen, als selbst zu fahren, die anderen 9,9 Prozent würden auf die neue Technik umsteigen, wenn sich so beispielsweise die Versicherungskosten reduzieren ließen.

In Italien wären sogar 14,9 Prozent der Befragten bereit, sich neu zu orientieren, würde autonomes Fahren eine Kostensenkung bewirken. In Österreich stößt ein finanzieller Anreiz lediglich
bei 7,2 Prozent auf Zustimmung, und auch in den restlichen Ländern verharrt sie im einstelligen Prozentbereich.

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Quelle: AutoScout24

Allerdings wären in Österreich, Deutschland und Spanien mehr als die Hälfte der Befragten bereit, zumindest hin und wieder einen Autopiloten zu aktivieren; in den anderen vier Ländern lag
die Zustimmungsquote zwischen 36 (Frankreich) und 44 Prozent (Niederlande). Europaweit liegt sie bei 45,1 Prozent – und damit deutlich höher als 2011/2012: Damals befürwortete nicht einmal
jeder Dritte der Befragten diese Option.

Auch die juristischen Hürden sind hoch

Die Ablehnung des autonomen Fahrens wird zu etwa gleichen Teilen damit begründet, dass man der Technik misstraut (17,4 Prozent) oder viel zu gerne selbst fährt, was laut Selbstauskunft für
16,7 Prozent aller Befragten gilt.

Dass es der Automobilindustrie gelingen wird, die neue Technik so schnell und zuverlässig weiterzuentwickeln, dass autonomes Fahren in 25 Jahren für jedermann möglich sein wird, glauben
53,5 Prozent der befragten Europäer.

Michael Gebhardt, Redaktionsleiter und Automobilexperte bei AutoScout24 kommentiert die Ergebnisse: „Egal ob Autoindustrie oder IT-Branche – jeder, der die Möglichkeiten des autonomen Fahrens erforscht, sieht sich außer mit dem Misstrauen der Kunden und einer fürs autonome Fahren derzeit noch untauglichen Infrastruktur mit zahlreichen juristischen Hürden konfrontiert. Bis es zulässig ist, dass der Fahrer der Straße den Rücken zuwendet, während das Auto die Reisenden von A nach B fährt, wird möglicherweise noch mehr als ein Vierteljahrhundert vergehen.“

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