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Automobilindustrie setzt Digitalisierungsfokus auf Daten, Cloud und IT-Sicherheit

Die Automobilbranche in Deutschland steht unter Zugzwang. Neben den Megathemen Diesel-Gate, Elektromobilität und autonomes Fahren gilt es, eine Reihe weiterer strategischer Herausforderungen zu bewältigen. Als das bestimmende Thema erweist sich dabei die Digitalisierung. Sie beschäftigt die Unternehmen auf allen Ebenen ihrer Wertschöpfungskette. Das Kundenerlebnis während des Fahrzeugkaufs und vor allem danach zu verbessern und die Interaktionsmöglich­keiten mit den Kunden auszubauen, gehören hier zu den wesentlichen umzusetzenden Anforderungen – verdeutlicht doch das Erfolgsbeispiel Tesla die Gefahr der Disruption für die traditionellen Hersteller.

Wie wichtig den Automobilmanagern ihre Digitalisierungsziele sind, wollen die Ergebnisse einer Sonderanalyse zum Status quo der digitalen Transformation in der Automobilindustrie zeigen, die das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Lünendonk & Hossenfelder im Rahmen der Lünendonk-Studie 2017 „Führende IT-Beratungs- und IT-Service-Unternehmen in Deutschland“ durchführte. Darin widmet sich Lünendonk gezielt der mit einem durchschnittlichen Umsatz von 13,2 Prozent wichtigsten Kundenbranche für IT-Dienstleister in Deutschland. Die Sonderanalyse ist in Zusammenarbeit mit der Prozess- und IT-Beratung Sulzer GmbH entstanden und steht kostenfrei unter www.luenendonk-shop.de zur Verfügung.

Digitalisierung wälzt Branche um

„Die Automobilbranche steht vor großen Herausforderungen und Veränderungen. Vor allem die Digitalisierung wälzt die Branche regelrecht um“, weiß Michael Kraus, Geschäftsführer Vertrieb und Marketing der Sulzer GmbH. „Das autonome Fahren sowie digitale Mehrwertservices wie Infotainment und Assistenzsysteme beschäftigen die Unternehmen so stark, dass bestehende Strategien, Organisationsstrukturen und Prozesse nicht nur hinterfragt, sondern in vielen Unternehmen komplett verändert werden.“

Die aktuellen Top-Themen der Automobilunternehmen lassen sich in die zwei Handlungsfelder „Digital Customer Experience“ und „Digital Operation Excellence“ aufteilen. Bei ersterem sehen 63 bzw. 57 Prozent der befragten Unternehmen die Erweiterung bestehender Produkte und Services um digitale Mehrwertdienste oder die Entwicklung ganz neuer Geschäftsmodelle sowie die vollumfängliche Digitalisierung der Kundenschnittstellen (Customer Journey) als ihre wichtigste Herausforderung in den kommenden zwei Jahren an. Dabei spielen Technologien wie Cloud und Data Analytics, aber auch IT-Security zum Schutz der kundenbezogenen Daten eine besondere Rolle.

Data Analytics hat hohe Relevanz für verbesserte Customer Journey und digitale Geschäftsmodelle

„Vor dem Hintergrund eines härteren internationalen Wettbewerbs ist es auch dringend notwendig, einen stärkeren Fokus auf die Digital Customer Experience zu legen“, kommentiert Mario Zillmann, Partner der Lünendonk & Hossenfelder GmbH und Studienautor. „Fast allen OEMs geht es darum, mit Hilfe digitaler Mehrwertservices Kunden zu halten, neue Kundengruppen zu erschließen sowie künftige Erlöse und ihre Wettbewerbsfähigkeit abzusichern. Zu diesem Zweck setzt die Automotive-Industrie bereits sehr stark auf die Analyse von kundenbezogenen Daten.“ Immerhin hat der Einsatz von Data Analytics für 54 Prozent der Teilnehmer eine hohe Relevanz für die Verbesserung der Customer Journey.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt im Bereich „Digital Operation Excellence“ mit Themen wie Legacy-Modernisierung, Geschäftsprozess­automatisierung, Integrationsfähigkeit des IT-Backend oder Migration von Anwendungen in die Cloud. So ist die Beschleunigung und Flexibilisierung des Produktentwicklungsprozesses aufgrund des Trends zu kürzeren Produktlebenszyklen und den damit verbundenen kürzeren Markteinführungszeiten für 59 Prozent der Befragten eines der strategischen Top-Themen für 2017/2018.

Automatisierung von Prozessen steht im Fokus

Aber wo setzen die Unternehmen ihre Prioritäten bei der digitalen Transformation? Bezogen auf das Produkt gehören die „Vermarktung von Mehrwertdiensten“ und „Connected Car“ mit jeweils über 60 Prozent zu den Top-Themen der Befragten. Bei den Prozessen/Fahrzeugpro­duk­­tion genießen das Querschnittsthema „IT Security/Cyber Security“ und „Big Data Analytics“ mit 79 bzw. 77 Prozent hohe bis sehr hohe Priorität.

Bei den Investitionsplanungen in Technologiethemen sind sich 96 Prozent der Befragten einig: Sie legen ihren Projektschwerpunkt auf die „Automatisierung von Prozessen“. Weitere Budgetschwerpunkte kommen der „IT-Security“ mit 73 Prozent und der „Modernisierung der IT-Systeme“ zugute (70 %), während – anders als bei der Bewertung der Prioritäten – lediglich 52 Prozent der befragten Unternehmen in nächster Zeit in Data Analytics investieren wollen.

Die kompletten Ergebnisse der Lünendonk-Sonderanalyse machen deutlich, dass viele der befragten Unternehmen in wichtigen Aspekten der digitalen Transformation bereits gut sind, einige andere aber auch noch viel vor sich haben. Ohne externe Beratungs- und IT-Dienstleister seien die umfassenden Herausforderungen nicht zu bewältigen, so Lünendonk. Das beweise auch die Tatsache, dass die Automobilbranche 2016 mehr als vier Milliarden Euro in die Zusammenarbeit mit externen IT-Dienstleistern investierte. Für 2017/2018 plane jedes zweite befragte Automobilunternehmen, sein Budget für IT-Beratung/Systemintegration zu erhöhen.

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