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Wachstum bleibt ihre oberste Priorität, aber CEOs nehmen die Digitalisierung ernst

CEO verlagern ihre Prioritäten zunehmend in Richtung Digitalisierung. Aber laut Gartner-Umfrage bleiben Wachstum, Unternehmensstrategien, IT und Personalfragen auch 2018 ganz oben auf der Prioritätenliste der CEOs.

Laut dem Gartner CEO und Senior Business Executive Survey 2018 unter 460 CEOs und Führungskräften steht das Wachstum in den Jahren 2018 und 2019 ganz oben auf der Liste der CEOs. Die Umfrage ergab jedoch auch, dass sich die CEOs darauf konzentrieren, die Struktur ihrer Unternehmen zu verändern und zu verbessern, einschließlich eines tieferen Verständnisses des digitalen Geschäfts.

„Obwohl Wachstum nach wie vor die größte Priorität für den CEO darstellt, wurde es in der diesjährigen Befragungen deutlich seltener genannt – von 58 Prozent im Jahr 2017 auf nur noch 40 Prozent im Jahr 2018. Das bedeutet nicht, dass CEOs weniger auf Wachstum ausgerichtet sind, sondern sich vielmehr mit der Frage beschäftigen, wie sie es erreichen können“, sagte Mark Raskino, Vice President und Gartner Fellow. Die Kategorie „Unternehmen“, die Maßnahmen wie neue Strategien, Unternehmenspartnerschaften sowie Fusionen und Übernahmen umfasst, ist deutlich gestiegen und hat sich zur zweitgrößten Priorität entwickelt.

Wachstum, Unternehmensentwicklung und IT bleiben laut Gartner die 3 Top-Prioritäten von CEOs. Allerdings zieht sich das Thema Digitalisierung wie ein roter Faden durch alle CEO-Themen. Quelle: Gartner

An dritter Stelle steht nach wie vor die IT, und die CEOs erwähnen insbesondere die digitale Transformation. Die Bedeutung der Mitarbeiterschaft ist in diesem Jahr rapide angestiegen und hat sich von Platz sieben im Jahr 2017 auf den vierten Platz der Prioritätenliste geschoben. Die Zahl der CEOs, die die Mitarbeiter in ihren Top-3-Prioritäten nennen, stieg von 16 Prozent auf 28 Prozent. Bei der Frage nach den wichtigsten internen Wachstumshemmnissen standen Mitarbeiter- und Talentfragen an der Spitze. CEOs sagten, ein Mangel an Talenten und Arbeitskräften sei der größte Hemmschuh für den Fortschritt im digitalen Geschäft.

CEOs erkennen langsam die Notwendigkeit des kulturellen Wandels an

Kulturwandel ist ein Schlüsselaspekt der digitalen Transformation. CIOs haben das bereits mehrheitlich erkannt.  Doch nur eine Minderheit der CEOs (37 Prozent) ist ebenfalls dieser Ansicht. Erst wenn ihre Unternehmen begonnen haben, sich digital zu transformieren, steigt die Bedeutung der Kultur auch für die Chefs. Dann sehen 42 Prozent der CEOs Kultur als wichtigen Faktor.

Die Teilnehmer wurden auch nach Management-Initiativen und Transformationsprogrammen für die Digitalisierung ihrer Geschäfte gefragt.  Die Mehrheit (62 Prozent) verfolgt solche Initiativen – davon streben 54 Prozent nach transformativen Zielen und 46 Prozent trachten nach Optimierung ihres bestehenden Geschäftsmodells.

Im Hintergrund nimmt die Verwendung des Wortes „digital“ durch die CEOs stetig zu. Die Zahl der Befragten, die das Wort digital mindestens einmal erwähnt haben, ist von 2,1 Prozent in der Umfrage 2012 auf 13,4 Prozent im Jahr 2018 gestiegen. Diese positive Einstellung zum digitalen Geschäft wird durch die anhaltende Investitionsbereitschaft der CEOs in die IT unterstützt. Einundsechzig Prozent der Befragten beabsichtigen, die Ausgaben für IT im Jahr 2018 zu erhöhen, während 32 Prozent keine Änderungen an den Ausgaben vornehmen wollen und nur sieben Prozent eine Ausgabenkürzung erwarten.

Mehr CEOs sehen ihr Unternehmen als Innovationspionier

Die CEO-Umfrage 2018 ergab, dass der Anteil der Befragten, die ihr Unternehmen als Innovationspionier betrachten, mit 41 Prozent (gegenüber 27 Prozent im Jahr 2013) einen Höchststand erreicht hat.
„CIOs sollten diese positive Einstellung nutzen, indem sie ihre Unternehmensführer ermutigen, den Weg zum digitalen Geschäft mutiger voranzugehen.“ Allerdings könne oberflächlicher digitaler Wandel eine gefährliche Form der Selbsttäuschung sein. Der CEO muss wirklich überzeugt sein vom digitalen Weg und die Entwicklung von echten Kundennutzen, echten Geschäftsmodellkonzepten unterstützen, betont Gartner-Fellow Raskino.

 

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About Christoph Witte

Christoph Witte arbeitet als IT-Publizist und Kommunikationsberater in München. Seit langem ist er fester Bestandteil der IT-, TK und Online-Community in Deutschland.

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