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Die IT muss auch Nein sagen können

stoppschildIn letzter Zeit klagen IT-Verantwortliche wieder häufiger über die Arbeitsüberlastung ihrer IT-Teams. Kein Wunder: Auf der einen Seite verlangen Fachabteilungen – allen voran Vertrieb und Marketing – immer schnellere Unterstützung, damit sie ihre Kunden mit Apps und anderen digitalen Services beglücken können, auf der anderen Seite verlangen Backend- Systeme ein gehöriges Maß an Aufmerksamkeit.  Da sind Release-Wechsel zu stemmen, die Virtualisierung voran zu treiben, das Thema Business Analytics muss angegangen werden und Applikationen sowie Services gilt es, weiter zu mobilisieren. Dabei werden der alltägliche Ärger und der ganz normale Betrieb nicht weniger.

Angesichts dieser Arbeitsfülle, verschärft durch gleichzeitigen Fachkräftemangel und Budgetrestriktionen gerät die IT schnell in die Situation der Getriebenen.  Kurz- und langfristige Projekte, Kundenwünsche und Backend-Erfordernisse lassen sich kaum noch zeitgerecht abarbeiten.

Die einzige Maßnahme, die hier hilft: Ablehnen! Damit die IT sich dabei nicht wieder den Ruf der ewigen Bremserin einhandelt, darf sie das „Nein“ nicht allein aussprechen, sondern muss gemeinsam mit dem Top-Management priorisieren.  Was ist in diesem Jahr am Wichtigsten, welche Dinge wären zwar wünschenswert, sind aber nicht kriegsentscheidend.  Theoretisch ist das einfach und steht in fast jedem Management-Handbuch. Praktisch ist allerdings dieser Priorisierungsprozess alles andere als leicht. Das fängt an mit den richtig besetzten Entscheidungsgremien – wann hat das Topmanagement schon einmal Zeit für IT – geht über gute Vorbereitungen bis hin zur Kommunikation der Entscheidungen, deren Konsequenzen schließlich von allen mitgetragen werden müssen. Und zwar ohne am Ende doch wieder der IT den Schwarzen Peter zuzuschieben. An dieser Stelle ist in der Tat Alignment gefragt, dieses Mal allerdings in die andere Richtung. Das Topmanagement muss die beschlossenen IT-Prioritäten aktiv mittragen und kommunizieren, sonst hat das „Nein“ der IT nur negative Auswirkungen, besonders auf sie selbst.

Foto: Danielle Cevello

About Christoph Witte

Christoph Witte arbeitet als IT-Publizist und Kommunikationsberater in München. Seit langem ist er fester Bestandteil der IT-, TK und Online-Community in Deutschland.

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