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1. Anwendung für Industrial Data Space: thyssenkrupp nutzt den digitalen Datenraum

Foto: thyssenkrupp

thyssenkrupp hat den ersten Anwendungsfall im Rahmen des Industrial Data Space umgesetzt: ein Informationssystem für die Lkw-Logistik. Beim Industrial Data Space handelt es sich um ein neues Technologie-Konzept für einen Datenraum, in dem Unternehmen sicher Informationen austauschen können.

Im Zeitalter von Industrie 4.0 kommt es darauf an, große Datenmengen schnell und sicher auch über Unternehmensgrenzen hinweg zu bewegen. Das Grundproblem, das mit dem Industrial Data Space gelöst werden soll, kennt jeder private Computeranwender: Wer zum Beispiel einen Cloud-Dienstleister nutzt, um mit anderen Daten auszutauschen, geht Risiken ein. Er weiß weder, wie sicher seine Informationen lagern, noch wie lange sie gespeichert bleiben oder was die Dienstleister damit anstellen. All diese Unsicherheiten soll es im Industrial Data Space nicht geben. Dort soll der Nutzer die volle Souveränität über seine Daten behalten.

Entwickelt wird der Industrial Data Space von der Fraunhofer Gesellschaft in einem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt. Wer sich in dem Datenraum austauscht, kann genau definieren, welcher Partner welche seiner Daten benutzen darf und wie lange die Nutzung dauert. Er weiß also jederzeit genau Bescheid, was mit seinen Daten passiert und legt die Grenzen für den Umgang mit den Informationen selber fest.

Flexibleres LKW-Handling

thyssenkrupp Steel Europe fertigt jeden Monat rund 20.000 Lkw ab. Etwa 30 Minuten stehen für das Be- und Entladen pro LKW zur Verfügung. Verzögert sich die Ankunft eines Lastwagens, kommt schnell die gesamte Planung durcheinander. Hier will Deutschlands größter Stahlhersteller wesentlich flexibler werden. Die Lösung: Eintreffende LKW melden nach definierten Regeln kontinuierlich ihren Standort, zum Beispiel über eine App, die sich der Fahrer auf sein Smartphone lädt. Anhand der Positions- und Verkehrsdaten sowie der Routen, die der Fahrer wahrscheinlich wählt, erkennt ein Algorithmus sofort, wann sich ein Transport verzögert. Verspätete Laster bekommen dann automatisch vom Computersystem ein neues Beladefenster vorgeschlagen, ohne menschliches Zutun.

Dr. Reinhold Achatz, Technologiechef von thyssenkrupp und Vorsitzender der Industrial Data Space Association: „Unsere Anwendung ist nur ein erstes Beispiel für die Möglichkeiten des Industrial Data Space. Viele Anwendungen von weiteren Unternehmen werden folgen, und zwar sehr schnell.“

Quelle: Fraunhofer

Die Industrial Data Space Association ist vor einem Jahr gegründet worden. Inzwischen sind in dem Zusammenschluss inzwischen mehr als 50 industrielle Partner organisiert. Sie formulieren Anforderungen an den Datenraum und setzen Anwendungsfälle um. Achatz: „Der Industrial Data Space setzt einen internationalen Standard für den Datenaustausch zwischen Unternehmen. Diesen Standard wollen wir weltweit etablieren.“

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