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5 % der Gesamtkosten für Digitalisierung aus

Unternehmen geben weniger als
5 % der Gesamtkosten für Digitalisierung aus

CEOs engagieren sich stärker für das Thema Digitalisierung als jemals zuvor. Inzwischen investieren einer McKinsey-Befragung zufolge die Unternehmen auch genug, um ihre Digitalisierungsziele zu erreichen. Allerdings glauben viele der Befragten auch, dass ihre Organisationen noch einige organisatorische Hürden nehmen müssen, bevor die Digitalisierungsanstrengungen ihre volle Wirkung zeigen können.

Den Ergebnissen zufolge erachten die Befragten die Digitalisierungsprogramme als wachstumsorientiert. Sie glauben, dass die Investitionen in diese Bereiche weiter steigen werden und sie gehen davon aus, dass ein großer Teil des künftigen Wachstums aus den Effekten der Digitalisierung resultiert. Organisatorische Unzulänglichkeiten und der Mangel an geeigneten Mitarbeitern verzögern ihrer Meinung nach allerdings die Digitalisierungserfolge.

So messen weniger als 40 % der Unternehmen, inwieweit die gesetzten Ziele in den verschiedenen Verantwortungsbereichen erreicht werden. Häufig fehlen außerdem Leistungsboni für relevante Mitarbeiter und ebenfalls zu selten werden „Owner“ für die digitalen Programme der Unternehmen ernannt. Das heißt, insgesamt fehlt es offenbar an direkter und messbarer Verantwortung für die Digitalisierungsprogramme. Außerdem, so  die McKinsey-Autoren Josh Gottlieb und Paul Willmott weiter, leiden gerade große Unternehmen (>1 Mrd $ Umatz) an Strukturen und Prozessen, die zwar für die traditionellen Kanäle funktionieren, mit denen sich jedoch von den neuen digitalen Möglichkeiten nicht profitieren lässt.

Über mangelndes Engagement der Führungsriege beschweren sich die Befragten allerdings nicht. So gaben in der diesjährigen Befragung 61% der 850 befragten Manager an, dass ihre CEOs die Digitalisierungsinitiativen als Sponsoren unterstützen und/oder sich direkt dafür engagieren. Das Engagement der Chefs steigt dabei seit 2012 kontinuierlich an. Bei den CIOs liegt der Unterstützungsgrad mit 69% noch höher. Die Chief Marketing Officer liegen etwa gleichauf mit den CEOs, lediglich die Finanzchefs sind etwas zurückhaltender. Nur 46 % gaben an, dass die Finanzer sich direkt involvieren und/oder die Initiativen unterstützen.

Quelle: McKinsey

Quelle: McKinsey

Natürlich engagiert sich das Top-Management, weil es mit Wachstum durch Digitalisierung rechnet. Mehr als 1 Drittel der Befragten erwartet, dass 15 % des Gesamtwachstums der nächsten 3 Jahre aus der Digitalisierung resultiert. Bei Unternehmen, die mit Digitalisierung vor allem neue Geschäfte verfolgen, gehen über die Hälfte der Befragten von solchen Wachstumsanteilen aus. Dabei ruhen die stärksten Hoffnungen auf dem Bereich Kunden-Engagement (siehe Grafik). Von den 6  abgefragten digitalen Trends wird das digitale Kundenengagement als die wichtigste Entwicklung mit dem meisten Potenzial gesehen. Danach folgen digitale Innovationen in den Bereichen Produkte, Betriebs- und Geschäftsmodelle.

Analog zu den Wachstumserwartungen entwickeln sich die Ausgaben in die verschiedenen Digitalisierungsbereiche. Allerdings halten nicht alle Befragten die Investitionen für ausreichend, um die gesteckten Ziele zu erreichen. So halten viele ihre Unternehmen heute im Bereich Big Data und Advanced Analytics für unterinvestiert, gehen aber von einem Anstieg innerhalb der nächsten 3 Jahre aus. Insgesamt wenden die meisten Unternehmen weniger als 5 Prozent ihrer Gesamtausgaben für die Digitalisierung auf. Ein Drittel der Untersuchungsteilnehmer rechnen mit einem solchen Aufwandsniveau erst in 3 Jahren.

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