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Keine Industrie 4.0 ohne digitalisierte Supply Chain

Die sich selbst organisierende Smart Factory und ein komplett neues Ökosystem, das Hersteller, Logistikdienstleister und Kunden mit Hilfe von Digitalisierungstechnologien vernetzt, ist eine Vision des Zukunftsprojekts Industrie 4.0. Jedoch dreht sich der Megatrend Digitalisierung dabei häufig nur um die Produktion. Um das gefertigte Gut aber auch effizient zum Kunden zu bringen, ist neben der physischen Transportkapazität der Einsatz neuer Technologien wie die intelligente Informationssteuerung über die IT unabdingbar.

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Vernetzt mit der Smart Factory, ermöglicht die smarte Supply Chain, dass sich die Ware künftig ihren Weg selbst suchen und Transport sowie Auslieferung eigenständig bestimmen wird. Mit den Chancen der digitalen Transformation in der Fertigungsindustrie und ihrer Supply Chain, aber auch mit den Herausforderungen beschäftigt sich das Lünendonk-Whitepaper „Intelligente Logistikdienstleistungen für die Fertigungsindustrie“, das in Zusammenarbeit mit Lufthansa Industrial Solutions entstanden ist.

Smart Supply Chain übernimmt digitale Abbildung der Warenströme

„Agile Wertschöpfungsnetzwerke zwischen OEM, Zulieferern, Logistikdienstleistern und in B-to-B-Branchen dem Handel als Abnehmer sind eine wichtige Kooperationsform der zukünftigen Fertigungsindustrie“, sagt Mario Zillmann, Partner bei Lünendonk und Autor des Whitepapers. „Intelligente Logistikketten, also Smart Supply Chains, bilden in diesem System aus digital verbundenen Entwicklungs-, Produktions- und Kommunikationsplattformen sowie standardisierten, portablen Datenformaten die Voraussetzung dafür, die steigende Komplexität der Fertigungsprozesse zu managen.“

Als Kernstück für die Optimierung der betrieblichen Prozesse in einer Industrie-4.0-Strategie ermögliche eine komplett digitalisierte Supply Chain die Online-Steuerung aller Warenflüsse und Prozesse und mache sie damit transparent für die Beteiligten. Die Digitalisierung der Produktions- und Vertriebssysteme schaffe dafür die Voraussetzungen. Kennzeichnend seien hier automatisierte Transaktionen und „Embedded Intelligence“, optimierte und miteinander verbundene Datenflüsse sowie Planungen auf der Basis von Echtzeitdaten und Simulationen.

Investitionen in vier Schlüsseltechnologien

Die Smart Supply Chain wird von vielen Unternehmen als angestrebtes Ziel beschrieben, ist aktuell aber noch nicht „smart“ genug. So sind die Lieferketten häufig wenig transparent. Es fehlt oftmals die vollständige Übersicht über die gesamte Lieferkette, insbesondere wenn Zulieferer, Abnehmer und Transportdienstleister in die Wertschöpfungsprozesse enger integriert werden. Dabei ist die Kommunikation zwischen den Unternehmen Kern der Lieferkettentransformation. Supply-Chain-Visibility-Plattformen ermöglichen hier, alle logistischen Prozesse zu erfassen – von der Produktion über Land-, See- und Lufttransport bis zum Handel und der Auslieferung beim Endkunden.

Dennoch lassen sich bei der Einführung neuer digitaler Technologien Fortschritte erkennen. Investitionen zur digitalen Transformation der Lieferketten werden von vielen Unternehmen vor allem in den vier Schlüsseltechnologien geplant:

  • Supply-Chain-Visibility-Plattformen/Lösungen,
  • Big Data/Analysen,
  • Cloud und
  • Simulationstools.

Sonderstellung für Logistik- und Transportbranche

Bernd Appel, Geschäftsführer Lufthansa Industry Solutions, geht davon aus, dass die Komplexität der Projekte zur Digitalisierung der Supply Chain im Rahmen einer Fertigungsindustrie 4.0 weiter steigen wird: „Die Fabrik der Zukunft ist ein komplexes Netzwerk, in dem die einzelnen Bereiche miteinander kommunizieren, über alle Hierarchien hinweg. Viele Unternehmen sind bereits auf einem guten Weg, haben in Teilbereichen Industrie-4.0-Lösungen erfolgreich eingeführt, Teile ihrer Lieferketten digitalisiert und mit Zulieferern und Logistikdienstleistern vernetzt. Der Logistik- und Transportbranche kommt dabei eine Sonderstellung zu, da sie an jeder Warenbewegung der Lieferkette beteiligt ist. Wer jetzt die Weichen richtig stellt, kann sich Wettbewerbsvorteile sichern und darüber hinaus zu einem zentralen Koordinator der Lieferkette werden.“

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