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IDC-Prognosen 2018: Ein Bauplan für das digitale Unternehmen

im Zuge der Digitalisierung müssen sich alle Unternehmen zu ‚Digital Natives‘ wandeln. Ihr Überleben wird laut IDC-Prognosen 2018 für die ITK-Branche davon abhängen, ob leistungsfähige digitale Innovationsplattformen genutzt, Entwickler- und Innovatoren-Communities gegründet und Technologien wie verteilte Cloud, KI,  Blockchain und eine rasch diversifizierende Vielfalt vernetzter Dinge zum Einsatz kommen werden. Das klare Mandat für jedes Unternehmen in den nächsten Jahren lautet für IDC: sich neu erfinden, um in der zunehmend digitalen Wirtschaft konkurrenzfähig zu sein.

Die Dritte Plattform befindet sich laut IDC-Prognosen für die ITK-Branche für das Jahr 2018 und darüber hinaus längst in ihrer zweiten Phase, ihre Entwicklung habe noch einmal Fahrt aufgenommen. Eine exponentiell anwachsende Innovationskraft werde befeuert durch Plattformen, offene Innovations-Ökosysteme, massives Datensharing und Modernisierung, hyperagile Bereitstellungstechnologien für Applikationen, und eine wachsende Zahl von Menschen, die an der Entwicklung digitaler Lösungen arbeiten. Auch die durch Blockchain-Technologie verbesserte Ausgangslage für digitales Vertrauen, die wachsende Zahl von Dienstleistungen und Lösungen im Bereich künstliche Intelligenz, die zunehmende Vielschichtigkeit von Mensch-Maschine-Schnittstellen sowie ein vielfältigeres Angebot an Cloud-Services treiben die Entwicklung weiter voran.

Im letzten Jahr vertraten wir die These, dass sich im Zuge der Digitalisierung alle Unternehmen zu ‚Digital Natives‘ wandeln müssten. Alle müssen ihre Arbeitsweisen auf die digitalen Innovationsnetzwerke umstellen, und alle werden letztlich zu einer anderen Gattung von Unternehmen gehören,“ sagte Frank Gens, Senior Vice President und Chief Analyst von IDC. „Einige unserer Prognosen für das Jahr 2018 und die Folgejahre sind eine Fortsetzung der bereits früher aufgezeigten strategischen Blueprints zum digitalen Wandel. Andere Prognosen wiederum zeigen neue, entscheidende Schlüsselkomponenten auf, die Unternehmen berücksichtigen müssen, wenn sie zu den Digital Natives gehören wollen.“

Die Top 10 der IDC-Prognosen für die ITK-Branche

  1. Bis 2021 wird mindestens die Hälfte der globalen Wertschöpfung digitalisiert sein.
    In allen Branchen wird das Wachstum durch digitalisierte Angebote, Arbeitsweisen und Beziehungen angetrieben werden. Das ist der Taktgeber, der (hoffentlich) jedes Unternehmen antreibt, die eigene digitale Transformation vehement voranzutreiben. Unternehmen, die bei der Digitalisierung ihrer Angebote und Arbeitsabläufe nur schleppend vorankommen, werden von der Konkurrenz zunehmend an den Rand gedrängt werden und die Chancen in ihrem Marktsegment nicht nutzen können. Der Zeitrahmen ist denkbar eng: Innerhalb der nächsten drei Jahre müssen die Unternehmen signifikante Fortschritte in Richtung Digital Native vorweisen können.
  2. Bis 2020 werden sich 60 Prozent aller Unternehmen im Prozess der Umsetzung einer voll ausgeprägten, unternehmensweiten DX-Plattform-Strategie befinden, mit der sie ihre IT auf neue Beine stellen. 
    IDC definiert diese neue „DX-Plattform“ als die IT-Architektur der Zukunft, die eine schnelle Schaffung digitaler Produkte, Dienstleistungen und Erlebnisse ermöglicht und gleichzeitig den internen „intelligenten Kern“ aggressiv modernisiert. Diese DX-Plattform ist stets nach außen gerichtet, datengetrieben und verfügt über offene Schnittstellen zur Anwendungsprogrammierung. Unternehmen, die ihre Architektur im großen Stil auf eine DX-Plattform stellen können, haben kurzfristig die größten Chancen, den Sprung in die Digital-Native-Kategorie zu schaffen.
  3. Bis 2021 werden Aufwendungen für Cloud-Services und Infrastruktur über 530 Milliarden Dollar betragen. Über 90 Prozent der Unternehmen werden Multiple-Cloud-Services und -Plattformen verwenden.
    Cloud Computing ist nicht länger eine Frage der Wirtschaftlichkeit oder der Agilität. Die Cloud wird zur wichtigsten und zuverlässigsten Quelle nachhaltiger Technologieentwicklung eines Unternehmens. Ein entscheidender Gradmesser für die Leistungsfähigkeit einer IT-Organisation auf dem Weg durch den digitalen Wandel wird das Management von Cloud-Resourcen und die Integration von Resourcen über Multiple-Cloud-Plattformen hinweg sein. Cloud-Umgebungen werden sich auch ‚at the edge“ ausbreiten, und über die Hälfte der verbraucherorientierten Unternehmen wird richtig viel Geld in die Modernisierung ihrer Cloud-Resourcen ‚at the edge‘ investieren.
  4. Bis 2019 werden 40 Prozent aller Initiativen im Bereich der digitalen Transformation die eine oder andere Form der künstlichen Intelligenz nutzen. Bis 2021 wird KI in 75 Prozent der kommerziellen Unternehmensapplikationen eingesetzt werden.
    Auf dem Gebiet der KI werden in den nächsten Jahren einige der großen Schlachten ausgefochten werden. Die großen Cloud-Plattformanbieter fangen an, sich mit der Vielfalt ihrer KI-Angebote zu überbieten. Digitale Dienste und Apps ohne „KI inside“ werden mit der Innovationsgeschwindigkeit der Konkurrenz nicht lange mithalten können. Zur Unterstützung der zahlreichen DX-Initiativen mit KI-Anteil müssen IT-Abteilungen jetzt Ingenieure und Datenwissenschaftler anwerben. Dies wird die Zusammensetzung der heutigen Entwicklerteams verändern.
  5. Bis 2021 werden Unternehmensapplikationen in hyperagile Architekturen überführt werden. Dabei werden 90 Prozent der Applikationen auf Cloud-Plattformen (Paas) laufen, die Microservices und Cloudfunktionen nutzen. Über 95 Prozent der neuen Microservices werden in Containern bereitgestellt werden. 
    Während Unternehmen neue Services für die digitale Wirtschaft schaffen, müssen sie einen rasch wachsenden Anteil dieser Dienste auf völlig neue Art bereitstellen: Es geht also in den nächsten Jahren auch darum, von der Skalierbarkeit, Flexibilität und Mobilität eines sich gerade formierenden Sets so genannter hyperagiler Bereitstellungstechnologien für Applikationen zu profitieren. Diese neuen Grundtechnologien und Herangehensweisen werden die Zahl der Anwendungen und Microservices dramatisch um das bis zu zehnfache Volumen anschwellen lassen. Angetrieben wird diese Entwicklung durch eine neue Generation extrem branchenspezifischer digitaler Lösungen.
  6. Bis 2020 wird es zu einer Diversifizierung der Schnittstellen zwischen Mensch und Computer kommen. 25 Prozent aller im Außendienst arbeitenden Techniker und Wissensspezialisten werden Augmented Reality verwenden, und fast 50 Prozent der neuen mobilen Apps werden überwiegend per Sprachbefehl gesteuert.
    IDC ist der Auffassung, dass Augmented Reality (AR) die Rolle von Außendienstmitarbeitern revolutionieren wird. Optionen wie Image Overlay, Zugang zu technischen Updates und visuelle Kommunikation mit Vorgesetzten und Fachspezialisten werden zunehmend zum Alltag gehören. Ähnlich wird auch die Art und Weise, wie so genannte Wissensarbeiter (Information Workers) kooperieren und mit digitaler Information umgehen, durch AR grundlegend verändert werden. Sprachsteuerung ist ohnehin bereits dabei, das Standard-Interface für eine ganze Reihe von Smartphone-Apps für Unternehmen zu werden.
  7. Bis 2021 werden mindestens 25 Prozent der Global-2000-Unternehmen im großen Stil Blockchain-Dienste als Grundbaustein für ihre digitale Vertrauensstrategie einsetzen. 
    Im Kern von Blockchain steht die Distributed Ledger Technologie (DLT), die an das Journal in der Buchführung angelehnt ist. Sie hat das Zeug dazu, digitales Vertrauen im Zeitalter unüberschaubarer Datenmengen und Datenorte neu zu begründen. Mit Hilfe von Blockchain gibt es immer nur einen richtigen Wissensstand (sichere Information), die Wertübertragung ist klar definiert (sichere Eigentumsverzeichnisse). Außerdem ermöglicht die Technologie eine schnellere Forderungsbegleichung und eindeutige Vertragsverhältnisse (automatisierter Kauf und Verkauf). IDC erwartet, dass Blockchain-Verzeichnisse und -Verbindungen in den nächsten 36 Monaten langsam aber stetig wachsen werden. Wer sich jetzt früh auf diese neue Technologie einstellt, hat die Gelegenheit, seine Position in den entsprechenden Ökosystemen zu stärken. Unternehmen, die die Möglichkeiten vorerst nicht ergreifen, werden nicht vollständig verdrängt werden, sollten sich langfristig jedoch mit dem möglichen Nutzen befassen.
  8. Bis 2020 werden 90 Prozent der großen Unternehmen Umsätze mit Data as a Service machen.
    Die Fähigkeit von Unternehmen, hochwertige Daten für ihren eigenen Gebrauch zu schaffen, abzuleiten und zu verwalten – und einen Teil dieser Daten auch zu vermarkten – wird schon bald ein wichtiger Gradmesser für die Leistungsfähigkeit von Unternehmen werden. Auch werden relevante und hochwertige Daten ein wichtiges Schlüsselelement bei der Wertbestimmung eines Unternehmens oder der Beurteilung seiner Stellung in der Welt digitaler Entwickler und Ökosysteme sein. Nur wer eine kritische Masse an externen Datenfeeds erreicht, wird auch im Bereich der KI-basierten digitalen Dienstleistungen und Lösungen gut vorankommen.
  9. Verbesserungen bei einfachen Entwicklungstools (low-code/no code) werden die Zahl der Entwickler ohne Technikhintergrund in den nächsten 36 Monaten dramatisch ansteigen lassen.
    Applikationen, die ohne oder mit wenig Codierungskenntnissen programmiert werden können, erlauben einen beschleunigten Entwicklungsprozess. Jeder Interessierte bekommt hoch leistungsfähige Werkzeuge an die Hand, mit der sich zielgerichtet Lösungen für die Probleme eines Unternehmens erstellen lassen. Das bedeutet, dass eine wachsende Zahl von Mitarbeitern ohne IT- oder sonstiges technisches Fachwissen in der Lage sein wird, Programme zu entwickeln und immer komplexere digitale Innovationen zu schaffen. Erfolgreiche Unternehmen werden dieses Potenzial zu nutzen wissen, indem sie den Zugang zu solchen Werkzeugen maximieren und eine Kultur fördern, in der „jeder ein Entwickler“ ist.
  10. Bis 2021 werden über die Hälfte der Global-2000-Unternehmen im Durchschnitt ein Drittel ihrer digitalen Dienstleistungen über offene Schnittstellen zur Anwendungsprogrammierung (API) erhalten. Dies ist ein Anstieg von praktisch null Prozent im Jahr 2017.
    Die Schaffung offener Schnittstellen – und der entsprechenden Entwicklungsumgebungen – wird Unternehmen in die Lage versetzen, die Verbreitung ihrer digitalen Plattformen und Services über Drittanbieter abzuwickeln. Auch das wird die Umsetzung und die Amortisierung beschleunigen. IDC geht davon aus, dass die Pioniere der digitalen Transformation in den nächsten 36 Monaten verstärkt ihren Fokus und ihre Investitionen auf offene API-basierte externe Entwickler-Communities und Vertriebsnetze richten werden. Unternehmen, die diesen Trend verschlafen, werden schnell ins Abseits der DX-Wirtschaft geraten.

Die IDC-Prognose für den globalen ITK-Markt in vollem Umfang finden Sie im Bericht IDC FutureScape: Worldwide IT Industry 2018 Predictions..

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