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Multi Cloud: In deutschen Unternehmen auf dem Vormarsch – der Durchbruch kommt 2020

Die Cloud ist heute Commodity. Cloud Services und Cloud-Technologie haben sich in den Unternehmen in Form von Public Cloud und Private Cloud längst etabliert. In den vergangenen Jahren wurden in rascher Folge Technologien, Lösungsansätze, Frameworks und Deployment-Modelle neu entwickelt und optimiert. Sie verfügen über ein großes Potential zur Verbesserung der internen Prozesse, zur Erhöhung der Profitabilität oder auch zur Digitalisierung von Prozessen und Geschäftsmodellen.

Herausforderungen beim Management von Daten in einer Multi-Cloud-Umgebung. Quelle: IDC

Mit der Multi Cloud steht der nächste Evolutionsschritt auf dem Weg zur nahtlosen und automatisierten Bereitstellung von IT-Ressourcen und Businessplattformen aus internen und externen Quellen ins Haus. Das ist offensichtlich für viele Unternehmen in Deutschland eine interessante Option. Allerdings ist die Nutzung einer Multi Cloud kein Selbstläufer, sondern vielmehr eine anspruchsvolle und komplexe Aufgabe.

Cloud: Fester Bestandteil der IT- und der Unternehmensstrategie

Der Status von Cloud Computing in Deutschland könne eindeutig als etabliert bewertet werden. Cloud ist laut einer IDC-Analyse in 90 Prozent der befragten Unternehmen verankert, entweder als Bestandteil der IT-Strategie oder sogar als Teil der Unternehmensstrategie. Nahezu die Hälfte der Firmen hat die Cloud-Strategie in die Unternehmensstrategie integriert. Das sei ein klarer Beleg für die enge Verzahnung von Cloud Computing und Business. Denn für die Umsetzung der hochgradig komplexen Geschäftsprozesse in digitalen Ökosystemen komme eine Vielzahl von Anwendungen und Diensten zum Einsatz, die agile, skalierbare und automatisiert bereit gestellte Ressourcen, Systeme und Anwendungen erfordern. Hierfür stellt die Cloud die passenden Tools bereit. Die Modernisierung der Informationstechnologie zähle demzufolge zu den Top-3-Prioritäten der nächsten 12 Monate. Ein Umstand, der die IT-Branche positiv stimmen dürfte.

Nutzung für mehrere Workloads

Cloud Services und Cloud-Technologie durchdringen die Organisationen immer umfassender. Mehr als zwei Drittel der befragten Unternehmen setzt die Cloud in mehr als einem Anwendungsfall bzw. einer Workload ein. Je nach Anforderung an die Compliance, die Sicherheit, Wirtschaftlichkeit oder Agilität der Anwendungsfälle wird sich die Nutzung der verschiedenen Deployment-Modelle weiter intensivieren.

Vor allem datengetriebene Anwendungen wandern flächendeckend in die Cloud. In den nächsten 12 Monaten planen beispielsweise 91 Prozent der Unternehmen Big Data, 87 Prozent Business Intelligence und Data Warehousing und ebenfalls 87 Prozent Enterprise-Anwendungen (ERP und CRM) hauptsächlich in der Cloud (Public, Private Cloud im Provider Data Center oder Private Cloud im eigenen Data Center) zu betreiben. Das sind vorrangig solche Workloads, die skalierbare Ressourcen benötigen.

Cloud First setzt sich immer stärker durch

Analog der Geschäftsmodelle der Unternehmen entwickeln sich die IT-Umgebungen ebenfalls mit hoher Geschwindigkeit weiter. Die Cloud sei also immer häufiger die erste Wahl. Für die Einführung neuer IT-Lösungen evaluieren die befragten Unternehmen immer gezielter Cloud-Lösungen. 23 Prozent prüfen zunächst regelmässig, ob für den relevanten Anwendungsfall eine Lösung in der Cloud verfügbar ist. Weitere 39 Prozent evaluieren Cloud- und Non-Cloud-Lösungen auf gleicher Augenhöhe. IDC erwartet, dass sich der Cloud-First-Approach in den nächsten 12 bis 24 Monaten noch weiter durchsetzen wird.

Unterschiedliche Sichtweisen erschweren Verständnis

Die hohe Attraktivität der Multi Cloud basiere auf einer übergreifenden, integrierten und automatisierten Bereitstellung von IT-Ressourcen und Businessplattformen, beispielsweise interner Data Center Services und externer Cloud Services. Nach wie vor existieren unterschiedliche Definitionen der Multi Cloud. Aus Sicht von IDC kann man dann von einer Multi Cloud sprechen, wenn entweder zwei Services derselben „Cloud-Typen“ von der IT integriert angeboten werden, einschließlich Monitoring und Compliance, oder Off-premises Anwendungen sich ad hoc per API mit On-premises Anwendungen verbinden lassen.

Immerhin 44 Prozent der Befragten teilen die Sichtweise von IDC auf die Multi Cloud. Die verbleibenden 56 Prozent verstehen unter der Multi Cloud die Nutzung der Cloud-Services-Angebote unterschiedlicher externer Cloud Provider, eine Nutzung verschiedener Cloud-Deployment-Modelle, d. h. Public und Private Cloud oder bei Bedarf die Bereitstellung von Infrastruktur-Kapazitäten aus einem definierten Private Cloud Pool in einen Public Cloud Pool.

Matthias Zacher

„Für den Erfolg von Multi Cloud-Projekten ist ein deckungsgleiches Verständnis aller Beteiligter über die Multi Cloud und die daraus abzuleitenden Aufgaben unerlässlich“, erläutert Matthias Zacher, Manager Research & Consulting und Projektleiter bei IDC. „Andernfalls sind unlösbare Konflikte beispielsweise beim Management und der Portabilität von Cloud Services vorprogrammiert.“

Multi Cloud: Hohe Attraktivität bei (noch) geringem Nutzungsgrad

Multi Clouds befinden sich für IDC ohne Zweifel noch in einer frühen Marktphase. Nachdem sich zunächst Provider und Rechenzentrumsanbieter mit dem Thema beschäftigt haben, evaluieren zahlreiche Unternehmen nun zunehmend die Möglichkeiten von Multi Clouds auf Basis einer zentralen Cloud-Plattform. Allerdings nutzen derzeit gerade einmal 15 Prozent der Befragten eine Multi Cloud. Unter Berücksichtigung dessen, dass ausschließlich Unternehmen mit Cloud-Aktivitäten befragt wurden, klinge diese Zahl zunächst nicht beeindruckend. Dies soll sich aber in den nächsten 12 bis 24 Monaten deutlich wandeln. 60 Prozent der befragten Unternehmen planen im vorgenannten Zeitfenster, Multi Clouds produktiv zu nutzen. Diese Zahl belege eindeutig, dass Multi Cloud ein Thema von heute und nicht erst von übermorgen ist.

Zentrale Herausforderungen: Komplexität und unklare Prozesse

Herausfordernde und hinderliche Aspekte seien immer noch die hohe Komplexität sowie unklare Prozesse. IDC höre in Gesprächen mit IT-Verantwortlichen immer wieder, dass die Technologie für Private Clouds und Hybrid Clouds weitgehend verstanden worden ist. Der wahre Knackpunkt liege somit in der Beherrschung der vielfältigen Prozesse. Dabei gehe es um die passenden Betriebsmodelle, ausreichende Sicherheit und Compliance, Kostentransparenz, die Nutzerverwaltung und eine effiziente Orchestrierung von Cloud Services. Viele dieser Aspekte seien durch die vorliegende Befragung noch einmal bestätigt worden. Ein weiterer Punkt, der offenkundig eine Herausforderung darstelle, sei die Frage, wie die IT-Organisation künftig aufgestellt sein soll und welche Aufgaben die einzelnen IT-Mitarbeiter in der Multi Cloud übernehmen sollen.

Fazit: Die IDC Studie zeige: Die Cloud ist Commodity. Die Ergebnisse belegen für IDC, dass die Unternehmen die Frage nach dem „ob“ längst entschieden haben. Viele Firmen seien bereits einen entscheidenden Schritt weiter und haben definiert, welche Cloud Services und welche Cloud Technologie für welchen Anwendungsfall genutzt werden bzw. genutzt werden sollten. Die Bandbreite der Einsatzszenarien sei extrem groß und umfasse alle IT-Ressourcen eines Unternehmens: Während sich Standardanwendungen mit geringem Aufwand aus der Cloud nutzen lassen, bleibe die Überführung von unternehmenskritischen Anwendungen in die Cloud weiterhin eine anspruchsvolle Aufgabe.

Cloud Computing in seinen unterschiedlichen Facetten habe sich unter anderem durchgesetzt, weil es die Fragen nach Compliance, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit, Skalierbarkeit, Agilität und Kundenzufriedenheit beantwortet habe. Cloud Computing stelle aber auch bisherige IT-Architekturkonzepte in Frage. Das Abbilden der klassischen IT-Silos in der Cloud verschenke extrem viel Potential. Multi Clouds seien daher ein vielversprechender Ansatz für das Infragestellen und Aufbrechen existierender IT-Infrastrukturen.

Multi Clouds seien hierzulande ohne Frage noch ein junges Thema. Daraus ergeben sich viele Fragen mit Blick auf die effiziente Steuerung unterschiedlicher Cloud-Provider und Cloud Services und bei der Um- und Neugestaltung der IT-Organisation, der Technologie, der Architektur und von Prozessen. Dies seien Disziplinen, die die Anwenderunternehmen nicht alleine stemmen könnten. Hier sieht IDC auch und vor allem die Anbieter jeglicher Couleur von Lösungen für die Multi Cloud in der Pflicht, Aufklärungsarbeit zu leisten und die Organisationen dort abzuholen, wo sie auf ihrer Cloud Journey stehen. Cloud Computing habe die Disruption der Nutzung von IT erfolgreich eingeleitet und werde sie Hand in Hand mit anderen technologischen Entwicklungen weiter vorantreiben.

Eine Zusammenfassung der aktuellen Studie können Anwenderunternehmen kostenfrei hier anfordern.

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