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Resilienz von Unternehmen: In Krisensituationen hilft digitale Einsatzbereitschaft

Die meisten Führungskräfte sehen in „digitaler Einsatzbereitschaft“ den wichtigsten Faktor, um Krisen wie die Corona-Pandemie zu überstehen und sich an neue Bedingungen anzupassen.

Das ist das Ergebnis einer weltweiten Umfrage der Economist Intelligence Unit (EIU) im Auftrag von Microsoft unter 800 Führungskräften aus 15 Ländern und acht Branchen.

Die branchenübergreifende Umstellung auf Remote-Work im Homeoffice führte in vielen Unternehmen während der Pandemie zudem zu einer stärkeren Konzentration auf die Interessen der Mitarbeiter*innen. Dadurch rückten Themen wie der Erwerb von Qualifikationen, das Wohlergehen der Mitarbeiter*innen und das Schaffen einer nachhaltigen Arbeitskultur auf der Transformationsagenda der Unternehmen ganz nach oben.

Grad der Digitalisierung entscheidend für Resilienz 

Das Ziel der EIU-Studie sei es, allgemeingültige Erkenntnisse aus dem Corona-Jahr 2020 zu gewinnen und für die Zukunft aufzubereiten. Die Erhebung befasst sich speziell mit Lieferketten, Remote-Work, Predictive Analytics zur Entscheidungsfindung sowie mit der Sicherheit und dem Wohlbefinden der Mitarbeiter*innen. Bei der Untersuchung unterschiedlicher Faktoren stellten die Forscher*innen eine starke Korrelation zwischen der digitalen Kompetenz und der Fähigkeit fest, Krisen zu überstehen: Je stärker sich ein Unternehmen auf die digitale Transformation konzentriert, desto schneller war es in der Lage, den Betriebsablauf in der Pandemie wiederherzustellen und Qualifikationsdefizite bei den Mitarbeiter*innen zu beheben.

Pandemie verändert den Fokus

Die Studie zeigt auch, dass Unternehmen aller Branchen sich mehr auf die Einbeziehung ihrer Mitarbeiter*innen konzentrieren: Der Prozentsatz aller Befragten, die besseres Mitarbeiter*innen-Engagement als notwendig erachten, stieg von 24 Prozent vor der Pandemie auf 36 Prozent in der Covid-19-Zeit.

Außerdem schärfen Unternehmen in der Pandemie ihren gesellschaftlichen Fokus: Die meisten der befragten Entscheider*innen geben zu Protokoll, dass Corona ihnen die Notwendigkeit vor Augen geführt hat, einen stärkeren Beitrag zu gesellschaftlichen Fragen zu leisten. So sagen drei von vier Führungskräfte (75 %), dass die digitale Transformation über den rein geschäftlichen Erfolg hinausgehen und gesellschaftliche Veränderungen unterstützen sollte. Dazu zählen sie beispielsweise die Schaffung einer inklusiveren und damit besser zugänglichen Arbeitswelt sowie die Bewältigung des drohenden Klimawandels.

Corona offenbart aber auch Lücken 

Während der Pandemie sind digitale Tools branchenübergreifend zu unverzichtbaren Werkzeugen vieler Unternehmen geworden. Organisationen mit einer robusten digitalen Präsenz berichten in der Umfrage von gewachsener Agilität bei der Einführung und Verstärkung von Remote-Work, der Organisation einer stärkeren Arbeitsteilung, der Wiederherstellung unterbrochener Lieferketten und der Geschäftskontinuität.

In der Rangliste der digitalen Technologien liegt das Cloud Computing vorn: 50 Prozent der Unternehmen geben an, dass es eine entscheidende Rolle in ihren betrieblichen Abläufen während der Corona-Pandemie spielt. Auf den weiteren Plätzen folgen Technologien, die Remote-Work ermöglichen (40 %), Tools für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen (33 %) sowie das Internet der Dinge (31 %).

Doch obwohl die digitale Transformation das Fortführen der Geschäfte vielerorts erst ermöglichte, offenbart die Studie auch Lücken in Bereichen wie Qualifizierung, Datenschutz, Sicherheit und Compliance, die erst mit dem Einsatz neuer Technologien sichtbar wurden.

Klimaschutz und Inklusion: Einzelergebnisse aus den Branchen

Die Umfrage zeigt Stärken und Schwächen verschiedener Industrien auf und erlaubt spannende Einblicke in einzelne Branchen:

  • Die Befragten aus der Automobilbranche nannten am häufigsten die neuen Möglichkeiten für Aktivitäten gegen den Klimawandel als Hauptvorteil der digitalen Transformation. Die Branche investiert außerdem in Automatisierung, Prozesseffizienz und die Verbesserung der digitalen Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter*innen.
  • Entscheider*innen aus dem Bildungsbereich nennen bei der Frage nach dem Nutzen der Digitalisierung vor allem den Aufbau neuer Fähigkeiten und die stärkere Einbeziehung von Mitarbeiter*innen. Besorgt äußern sie sich über die mangelnde Verbreitung digitaler Werkzeuge und die fragmentierte Anwendung von Technologie über unterschiedliche Abteilungen hinweg. Das behindere oft den digitalen Fortschritt im Bildungswesen.
  • Unternehmen aus der Finanzbranche sind nach eigener Einschätzung digital am besten auf die Herausforderungen regionaler Marktveränderungen und der Corona-bedingten Unterbrechungen der Lieferkette vorbereitet. Hier stimmten die Befragten am ehesten der These zu, dass die Pandemie den Wettbewerbsvorteil digital gut aufgestellter Unternehmen noch vergrößert.
  • Organisationen aus dem Öffentlichen Sektor haben in der Pandemie weniger Probleme, Budgets für Investitionen in Technologien zu erhalten. Sie nutzen die neuen finanziellen Möglichkeiten für Tools zur Erleichterung von Remote-Work und Kollaboration. Allerdings erweisen sich hier Defizite bei den Qualifikationen der Mitarbeiter*innen und Herausforderungen bei der Suche nach geeigneten Nachwuchskräften als die größten Hindernisse der digitalen Transformation.
  • Unternehmen aus dem Gesundheitswesen, die mehr als andere Branchen auf den persönlichen Kontakt zu den Menschen angewiesen sind, haben sich in der Pandemie am stärksten verändert. Die Studie zeigt jedenfalls, dass die Branche unter strikter Einhaltung der Datenschutzbestimmungen für Patient*innen die technologischen Möglichkeiten der digitalen Transformation mit am schnellsten angenommen und weiterentwickelt hat.
  • Die Fertigungsindustrie arbeitete bereits vor der Pandemie daran, Qualifikationslücken in ihren Belegschaften zu schließen. Die Verantwortlichen der Branche nennen aber auch Themen wie Vielfalt und Inklusion, Kompetenzaufbau sowie den Klimawandel als wichtige Anliegen, bei denen ihnen die digitale Transformation helfen kann.
  • Die Befragten aus der Medien- und Kommunikationsbranche äußerten sich besorgt darüber, mit dem Tempo des technologischen Wandels Schritt halten zu können. Sie sind überzeugt, dass der wichtigste Vorteil der digitalen Transformation ihrer Branche die Bekämpfung von Desinformation sein wird.
  • Der Einzelhandel und die Konsumgüterindustrie schließlich äußern sich optimistisch, dass die digitale Transformation die Zukunftsperspektiven der Branche verbessert. Zudem zeigt sich, dass sich der Handel am ehesten auf die positiven gesellschaftlichen Auswirkungen des Wandels der Arbeitswelt konzentriert.
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