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IT-Anbietern fehlt der Reifegrad für eine „Full IT Business Transformation“

pm-2015-12-16-05Digitale Transformation ist die Königsdisziplin im aktuellen Wandel der Geschäftsmodelle, Performance und Verständnis unter IT-Anbietern sind jedoch Mangelware. Laut dem ersten „Digital Transformation Vendor Benchmark“ der Experton Group  sind nur sieben von 47 bewerteten Anbietern in der Lage, Kunden über alle Themen im Sinne einer „Full IT Business Transformation“ strategisch und taktisch zu begleiten.

Die digitale Transformation bedinge einen strategischen und integrierten Ansatz von Beratungs- und Integrationsdienstleistungen. Der Wandel hin zu der individuellen Unternehmensrolle im Kontext der neuen ökonomischen Gesetze sei komplex und in den meisten Fällen nur über externe Hilfe zu bewerkstelligen. Für die Sicherstellung der Zukunftsfähigkeit zähle zudem ein professionelles Change-Management, das weiche Faktoren des organisatorischen und vor allem kulturellen Wandels adressiert.

Darüber hinaus sind es laut Experton auch die technischen Herausforderungen der Infrastrukturmodernisierung, die mit dem Aufspüren neuer Geschäftsmodelle auf Basis erhöhter Agilität und dem Verständnis von Datenschutz bzw. Compliance-Konformität damit einhergehen sollten.

„Nur über ein integrales Zusammenspiel wesentlicher IT-Disziplinen wie Big Data, Cloud Computing, Internet of Things/Industrie 4.0, Mobile Enterprise, Security und Social Business gelingt die nachhaltige Transformation“, so Experton. Doch nicht einmal 10 Prozent aller 585 relevanten Anbieter könnten die Transformation in mindestens drei von sechs IT-Trendthemen unterstützen. Nur Atos, Capgemini, HP, IBM, Microsoft, SAP und Telekom könnten derzeit Kunden über alle Themen im Sinne einer „Full IT Business Transformation“ strategisch und taktisch begleiten.

 

ICT Herausforderungen und Trends

Der strategische und/oder taktische Einsatz von einzelnen Produkten und Lösungen aus den aktuellen IT-Trendthemen sei neben der Inanspruchnahme von externen Dienstleistungen ein wesentlicher Baustein der digitalen Transformation von Geschäftsmodellen. Das alte Prinzip „learning by doing“ habe in diesem Kontext im Vergleich zu „never change a running system“ absolute Hochkonjunktur.

Die parallele Einführung von einzelnen Komponenten des digitalen Arbeits- und Geschäftsumfelds lasse sich aufgrund von Kosten- und Zeitdruck daher nur in den seltensten Fällen verhindern, wobei die schrittweise Implementierung die strategisch deutlich bessere Variante wäre. Ein Großteil aller Unternehmen habe bereits die nachfolgenden Use Cases für sich geprüft, zieht eine zukünftige Umsetzung in Betracht oder setzt diese bereits entsprechend um:

  1. Enterprise Networking Suites (Intranet 2.0) für den kollaborativen Echtzeitaustausch
  2. Analytics-Lösungen zum besseren Verständnis von Zusammenhängen und Kundenwünschen
  3. Mobile Apps für orts- und zeitunabhängige System-/Plattform-Anbindung von Mitarbeitern, Partnern oder gar Kunden
  4. Industrie 4.0/Internet of Things (IoT)-Komponenten zum Verbinden und „IT-fizieren“ von Produktionsstätten bzw. Maschinen über Wertschöpfungsnetzwerke hinweg für eine effiziente Produktion
  5. Verschlüsselungstechnologien und intelligente Firewalls als Schutzschild vor Hackern und Cyper-Kriminalität
  6. Auf Knopfdruck zur Verfügung stehende (externe) Ressourcen (IaaS/PaaS/SaaS), die elastisch und modular aufgebaut sind, um beispielsweise Lastspitzen abzufedern, projektorientierte Testballons schnell und kostengünstig zu ermöglichen, Mitarbeitern plattformübergreifende und wartungsfreie Anwendungen/Apps bei Bedarf zu liefern oder auch kapitalintensive Kosten hin zu operativen Kosten zu drücken (CAPEX2OPEX)

Status Quo der Digitalisierung in Deutschland

„Üblicherweise preschen (IT-) Anbieter in Bezug auf neue Trends und Themen schnell voraus und reiten neue (IT-) Themen längst bevor die Anwender im Stande sind, diese in Gänze zu verstehen oder – strategisch – einzuführen“, erklärt Experton. Interessant sei daher die Tatsache, dass Anbieter in den entscheidenden IT-Trendthemen der Digital Transformation selbst noch nicht den Reifegrad erlangt haben, wo aus Advisor-Sicht ein zufriedenstellendes Maß der ganzheitlichen Full IT Business Transformation gewährleistet ist.

Performance Table „Digital Transformation“

Folgende Tabelle zeigt die durchschnittliche (Ø), die minimale (MIN) und maximale (MAX) Anbieter-Performance, die Experton über alle wesentlichen IT-Trendthemen ermitteln konnte:

Die Benchmark-Ergebnisse zeigen über alle Themen hinweg eine durchschnittliche Anbieter-Performance von 58 Prozent. Das Können der Anbieter bietet also noch viel Luft nach oben. Im Detail betrachtet kann folgendes zum Reifegrad der Anbieter innerhalb der IT-Trendthemen konstatiert werden:

  • Cloud Computing besitzt mit 42 Anbietern das größte Feld an IT-Providern, die hier auch den höchsten durchschnittlichen Reifegrad aufweisen
  • Im Thema Internet of Things (IoT) Industrie 4.0 (I4.0) ist der durchschnittliche Reifegrad der IT-Provider am geringsten und auch das Feld der Anbieter ist hier mit einer Anzahl von 14 am schwächsten ausgeprägt
  • Die besten Performance-Werte (Max) wurden im Thema Cloud erreicht
  • Die geringste Anbieter-Performance (Min) wurde im Thema Big Data gemessen
  • Die größte Spannweite zwischen gut und schlecht zeigt das Anbieterfeld in der Disziplin Social Business – viele Provider satteln aus der Not und ohne inhaltliche Veränderung auf das Thema Digital und machen damit einen großen Fehler

Zwischenfazit

„Viele Unternehmen befinden sich bereits auf der Reise der digitalen Transformation. Sie haben mit der Informationsgewinnung begonnen, tauchen tief in ihre Insights ein und starten das eine oder andere Leuchtturmprojekt rund um Industrie 4.0 oder Internet of Things. Nur das alleine wird nicht ausreichen, um ein neues digitales Geschäftsmodell ins Leben zu rufen. Parallel muss man sich mit den Mitarbeitern beschäftigen und ebenso an den Führungs- und Organisationsstrukturen arbeiten. Es gilt, die digitale DNA in der Unternehmenskultur zu implementieren und die neuen Technologien parallel einzuführen. Datengetriebene Entscheidungen werden immer stärker unseren Arbeitsalltag beeinflussen, aber auch die Kooperationen mit neuen innovativen und kreativen Partnern werden uns beschäftigen.“

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